Ein symbolisches Bild: Die Lieder des Gottesdienstes sind neben Pfarrer Frank Paulmann angeschlagen. Für ihn hat der Gesang eine hohe Bedeutung. FOTO: RGE
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Ein symbolisches Bild: Die Lieder des Gottesdienstes sind neben Pfarrer Frank Paulmann angeschlagen. Für ihn hat der Gesang eine hohe Bedeutung. FOTO: RGE

Abschied von der Kanzel

  • vonRoger Schmidt
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"Gesang beflügelt!" Davon ist Pfarrer Frank Paulmann überzeugt. Dass er zum Abschluss seines Berufslebens in die "singende Stadt" Pohlheim kam, passt da sehr gut. In der evangelischen Kirche Garbenteich wurde er nun in den Ruhestand verabschiedet.

Besonders liebevolle Worte wählte die Pfarrerin Claudia Kautzmann, als sie ihren Kollegen Frank Paulmann aus dem Kirchendienst in der evangelischen Kirche Garbenteich verabschiedete. Dies verwundert nicht, denn Frank Paulmann ist auch ihr Ehemann.

Kautzmann erinnerte im Abschiedsgottesdienst an ihren gemeinsamen Lebensweg, der sie mehr als in der Berufung als Pfarrersleute verband. Er führte sie nach gemeinsamem Studium in Marburg im Anschluss unter anderem in die indische Millionen-Metropole Bombay. 18 Jahre wirkten sie später gemeinsam im Pfarrdienst in Rüddingshausen und Weitershain, danach er bei der Gießener Andreasgemeinde bis hin im letzten Dienstjahr in den Pohlheimer Gemeinden in Garbenteich und Hausen.

Mit den Worten "Hat Zeit. Alles hat seine Zeit." wünschte sie ihm nach 38 Jahren im Dienst alles Gute für seinen Ruhestand. Probst Matthias Schmidt schloss sich den Worten beim Akt der "Entpflichtung" mit Weggefährten aus Kirche und Gemeinden an und dankte Paulmann, genauso wie der Gießener Dekan André Witte-Karp und Pfarrer-Kollegen Marisa Mann (Pohlheim), Jörg Gabriel (Rabenau) und Lutz Neumeier (Lich).

Dass Frank Paulmann ein Charakter ist, der bei den Gläubigen ankommt, bewies er noch einmal in seiner letzten Predigt zu Advent unter der Überschrift "Ich singe…". Große Taten seien durch gemeinsames Singen entstanden, weil dies mutig und stark mache und Ängste verdränge. Dabei erinnerte er an Demonstrationen wie in der DDR gegen die Diktatur, blickte aber auch auf eigene Erfahrungen im Kampf gegen die Atomkraft in den 1970er Jahren zurück, bei denen das Singen das Gemeinschaftsgefühl gestärkt habe.

"Gesang beflügelt!", machte Paulmann sichtbar emotional der Gemeinde Mut für die Zukunft. "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit" sang man dann auch zum Abschied am Ende des Gottesdienstes. Im Anschluss war beim Empfang im Garbenteicher Gemeindehaus noch für die Vertreter der verschiedenen Kirchengemeinden und die Gläubigen reichlich Zeit, sich von Pfarrer Frank Paulmann zu verabschieden. Zunächst wird er allerdings noch einige Gottesdienste halten: Der "Neue", Mertin Teichmann, kommt zum 1. Februar.

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