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Rund 500 Hühner waren bereits tot, als der Transporter auf der A5 angehalten wurde.

Tiertransport gestoppt

500 Hühner verenden auf A5 bei Pohlheim: Nun schaltet sich Peta ein

Schrecklicher Fund auf der A5 bei Pohlheim: In einem Tiertransport sind hunderte Hühner verendet. Aufmerksame Autofahrer verhinderten wohl noch Schlimmeres. 

Pohlheim - Update, 30. Juli 2019: Wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutztransportverordnung hat die Tierschutzorganisation PETA Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Gießen erstattet. 

Am vergangenen Mittwochabend sorgte ein Fall für Aufsehen, als Beamte auf der A5 bei Pohlheim einen Tiertransporter stoppten. An Bord fanden sie 4470 Hühner, rund 500 waren bereits elendig verendet, weitere Tiere lagen in erbärmlichem Zustand in den Käfigen. Sie waren von Frankreich aus ohne Wasserversorgung transportiert worden, Kühlung erfuhren sie bei 34 Grad Außentemperatur nur durch den Fahrtwind. Nach Einschätzung der Veterinärärztin wäre kein einziges Huhn im zwölf Stunden entfernten Polen lebend angekommen - nicht umsonst bestand an diesem Tag aufgrund der extremen Hitze ein europaweites Verbot für internationale Tiertransporte.

"Die gravierenden Verstöße wie im Fall Pohlheim sind keine Ausnahme, sondern die Regel", sagt Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA.

Hunderte Hühner auf A5 verendet: Tiertransport aus Verkehr gezogen

Erstmeldung, 25. Juli 2019: Schrecklicher Fund für die Polizei bei einer Kontrolle eines Tiertransporters auf der A5: Am Mittwoch hatten Zeugen einen Transporter gemeldet, der in Richtung Kassel unterwegs war. Sie berichteten von leblosen Hühnern, die man von außen sehe. Eine Streife der Butzbacher Autobahnpolizei holte den in den Niederlanden zugelassen Laster ein. Bereits im Vorbeifahren bestätigte sich der erste Verdacht. 

Auf dem Rastplatz Limes bei Pohlheim wurde der Tiertransporter um 19.50 Uhr gestoppt. Außentemperatur zu dieser Zeit: 34 Grad Celsius. 

Bereits um 4 Uhr morgens war der Transporter in Frankfurt losgefahren. An Bord: 4.470 Hühner. Sie sollten zu einem Schlachtbetrieb nach Polen gefahren werden. Die mittlerweile eingetroffene Veterinärärztin schätzte, dass etwa 10 Prozent der Hühner bereits verendet waren. Ihrer Einschätzung nach wäre kein einziges Huhn lebend im 12 Stunden entfernten Polen angekommen.

Hunderte Hühner auf A5 verendet: Weitere 500 in lebensbedrohlichem Zustand

Erschreckend: Kühlung erfuhren die Tiere lediglich durch den Fahrtwind. Eine für einen solchen Transport vorgeschriebene Versorgung mit Wasser fehlte gänzlich. Zudem bestand aufgrund der extremen Hitze am 24. Juli ein europaweites Verbot für internationale Tiertransporte. Eine Tierärztin des Veterinäramts verfügte, dass der Transporter entladen werden musste. Ein Geflügelbetrieb in Waldsolms erklärte sich dankenswerterweise bereit einen Stall zur Verfügung zu stellen, um die noch lebenden Tiere unterbringen zu können. In Waldsolms zählten Polizei und Veterinärmedizinerin rund 500 verendete Hühner. Bei weiteren 400 bis 500 Tieren besteht die Gefahr, dass sie an den Folgen des Transportes sterben werden.

Die beiden in den Niederlanden lebenden Fahrer des Transporters mussten wegen Verstöße gegen das Tierschutzgesetz Sicherheitsleistungen in Höhe von jeweils 1.000 Euro hinterlegen. Polizei und Veterinäramt ermitteln derzeit zudem gegen die weiteren an dem Transport beteiligten Personen. Insbesondere der Verlader, der Disponent und der für den Transport verantwortliche Tierarzt rücken in den Fokus der Ermittlungen.

red

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