Nördlich der Wohnsiedlung "Auf der Hege" (Bildmitte) will die Stadt auf dieser Grünfläche das Neubaugebiet "Auf der Hege II" entwickeln. FOTO: JWR
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Nördlich der Wohnsiedlung "Auf der Hege" (Bildmitte) will die Stadt auf dieser Grünfläche das Neubaugebiet "Auf der Hege II" entwickeln. FOTO: JWR

Planer konkurrieren um "Hege II"

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Im Nordwesten der Allendorfer Kernstadt soll das Wohngebiet "Auf der Hege II" entstehen. Wie kann die Stadt klimaschützende Vorgaben für Häuslebauer machen? Und wann könnte es losgehen? Zwei Wettbewerber um die Erschließung haben dem Parlament nun ihre Pläne vorgestellt.

Auch in Allendorf/Lumda scheint die Nachfrage nach Bauplätzen ungebrochen. Gemäß dem Regionalplan Mittelhessen ist eine Erweiterung im Nordwesten der Kernstadt möglich - östlich des Hohlwegs und oberhalb des schon bebauten Gebiets "Auf der Hege".

Doch wie sollte das künftige Baugebiet "Auf der Hege II" gestaltet werden, welche Vorgaben sollte die Stadt Bauherren machen? Dazu hörten die Stadtverordneten kürzlich Ideen von Bewerbern, die gerne den Zuschlag für die Erschließung erhalten würden: In der jüngsten Parlamentssitzung stellten zwei Interessenten, jeweils als Unternehmens-Duo, ihre Vorplanung vor.

Den Anfang machte die Irepo GmbH mit Sitz in Gießen im Verbund mit der Hoch- und Tiefbaufirma Ernst Weber (Rechtenbach), die auch die Tankstelle am Allendorfer Ortseingang umgesetzt hat. Man befinde sich im Spannungsfeld zwischen maximal verdichteter Bauweise und einem aufgelockerten Erscheinungsbild, hieß es in der Präsentation. Dabei gelte es, aus Erfahrungen mit dem schon bebauten Abschnitt "Auf der Hege I" zu lernen.

Durch die hohe Nutzung von Parkplätzen bleibe dort wenig Parkraum für Gäste, auch sei die Straße recht schmal. "Wir versuchen immer, möglichst keine Sackgassen zu bilden", sagte Geschäftsführer Ulrich Weber. Man wolle das Areal "Hege II" über eine Ringstraße erschließen. Laut Präsentation der Planer wäre eine Straßenbreite von 6,50 Metern sinnvoll, flankiert mit Laub- bäumen und Parkplätzen. Um ein Regenrückhaltebecken an diesem Hang zu vermeiden, könne das Oberflächenwasser in eine Retentionszisterne geleitet werden und von dort aus eine benachbarte Fläche bewässern, die sich als Ausgleichsfläche eigne.

Insgesamt könnten diesem Entwurf zufolge knapp 30 Bauplätze entstehen. Denkbar sei, die Käufer zur Bebauung binnen drei Jahren zu verpflichten, um Baulücken vorzubeugen. Sofern man den Zuschlag für die Entwicklung erhalte und die Stadt zügig die notwendigen Beschlüsse fasse, könne man vielleicht schon Ende 2021 in die Bauphase einsteigen. Im Falle des Zuschlags wolle man eine Erschließungsgesellschaft mit Sitz in Allendorf gründen.

Im Anschluss präsentierte das Allendorfer Unternehmen Franz und Lotz gemeinsam mit den Planungsbüros Zick-Hessler und Fischer (Wettenberg). Franz und Lotz hat unter anderem das Nachbargelände "Auf der Hege I" entwickelt. Falls die Stadt sich für diesen Verbund entscheide, wolle man zunächst Bauinteressenten aus der Kommune zum Zug kommen lassen. Christian Maruschka (Geschäftsführer Franz und Lotz) betonte, dass man bisherige Baugebiete stets rasch vermarktet habe.

Die Nachfrage werde wohl in Richtung von Einfamilienhäusern gehen, aber auch andere Formen, etwa Doppelhaushälften, seien denkbar, sagte Planer Mathias Wolf (Büro Fischer). Angedacht sei die Errichtung eines Mehrgenerationenhauses in dem künftigen Wohngebiet. Wolf favorisierte in seinem Vortrag zwei Erschließungsstraßen, jeweils samt Wendehammer, und eine Verbindung über einen Fußweg. Die Straßen sollten je 6,50 Meter breit sein, womöglich als Spielstraßen ausgewiesen. Abgegrenzt werden könne das Gebiet über einen "kleinen Wald", um die Häuser auch vor Sturm und Starkregen zu schützen. "Auch Klimaschutz ist mittlerweile ein großes Thema bei Neubaugebieten", sagte Wolf. Er empfehle, den Versiegelungsgrad möglichst gering zu halten und Gartenflächen vorzuschreiben. "Schottergärten" könne man per textlicher Festsetzung ausschließen.

Ausgehend von der Vorplanung rechne man mit etwa 25 Bauplätzen, so Wolf. Zu empfehlen sei, zwei Varianten auszuarbeiten und sich vor Ort mit dem Bauausschuss ein Bild von Nachbarwohngebieten zu machen. Je nachdem, wann Aufstellungsbeschluss und Offenlage erfolgten, sei der Beginn der baulichen Erschließung im Frühjahr 2022 möglich.

Weitere Interessenten für die Entwicklung des Areals sind laut Bürgermeister Thoma Benz nicht im Rennen. Nun ist es an den Stadtverordneten, sich für eines der Planungsteams zu entscheiden.

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