Entwurf für einen Neubau des Feuerwehrgerätehauses Lehnheim. Mit Kosten von zwei Millionen Euro käme dieser bald eine Million Euro teurer als eine Sanierung und Erweiterung des alten Spitzenhauses in der Dorfmitte. 	SKIZZE: BÜRO BAUTEC
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Entwurf für einen Neubau des Feuerwehrgerätehauses Lehnheim. Mit Kosten von zwei Millionen Euro käme dieser bald eine Million Euro teurer als eine Sanierung und Erweiterung des alten Spitzenhauses in der Dorfmitte. SKIZZE: BÜRO BAUTEC

Pläne für ein neues Spritzenhaus

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Grünberg (tb). Das Gerätehaus Lehnheim, auch Domizil des JUZ, ist in die Jahre gekommen, die Mängelliste des »TÜV« ist lang. Neben der Sanierung, etwa wenn es um energetische Standards oder Sanitärräume geht, bedarf es einer Erweiterung. Vor allem fürs neue TSF-W, passt es doch nicht in die alte Halle.

Wie von der GAZ berichtet, beschäftigten sich Grünbergs Stadtverordnete Anfang 2019 bereits mit dem Problem. Nur: Angesichts von Kosten in Höhe von 860 000 Euro brutto, freilich auf Basis von Baupreisen aus dem Jahr 2018, stieß die Vorlage des Architekten Manfred Tamm auf wenig Gegenliebe. Der Fachausschuss gab via Magistrat eine (kostensparende) Überarbeitung in Auftrag. Zudem sollte ein Fachbüro einen Neubau prüfen.

Die städtische Exekutive hat ihre Hausaufgaben gemacht, die Ergebnisse wurden soeben dem Bauausschuss präsentiert.

Zunächst zum »abgespeckten« Entwurf für eine Sanierung: Als Änderung fällt dabei einzig der Verzicht auf das Treppenhaus im rückwärtigen Bereich auf. Bei einem Baubeginn 2021 werden denn auch die Kosten jetzt auf rund 1,1 Millionen Euro brutto geschätzt. Was im Wesentlichen mit der Steigerung der Baupreise binnen drei Jahren erklärt wird.

In die Vorplanung ist eine »Ertüchtigung« von Schulungsraum und JUZ eingegangen. Nicht aber Schadstoffkataster, Überprüfung von Statik und Elektrik oder ein Bodengutachten. Wie Tamm auf Nachfrage aus dem Ausschuss aber versicherte, seien weder Altlasten noch gravierende statische und bauliche Mängel zu erwarten. Im Übrigen werde »Neues neu gegründet«, umfasse die Kostenaufstellung jeweils rund 50 000 Euro für Unvorhergesehenes und die Außenanlagen.

»Fusion« mit FFW Stangenrod?

Dass der Mangel an Parkplätzen an diesem Standort - im Prinzip vorteilhaft, da in der Ortsmitte gelegen - nicht zu beheben sei, räumte Bürgermeister Ide auf Anfrage von Amtsvorgänger Damaschke ein. »Das ist Teil der Abwägung mit einem Neubau.«

Der wäre auf dem städtischen Grundstück am Rande des Baugebiets »Börnchesgall« bei Kosten von 2,0 Millionen Euro machbar. So das Ergebnis der Studie des Planungsbüro »bautec«. Mehr noch: Unter Beachtung von Parametern wie Bedarfe und Zahl der Einsatzkräfte (38, inklusive Nachwuchs), Vorgaben zum Arbeits- bzw. Unfallschutz, Nutzfläche (459 qm) oder Grundstücksgröße (5800 qm) sei der Neubau auch sinnvoll, wie Lars Wahlhäuser (Bautec) betonte.

Der auf Nachfrage von Ulrich Ebenhöh (SPD) bestätigte, eine Erweiterung von Fahrzeughalle und Sozialtrakt wäre hier möglich. Dies als Voraussetzung einer »Fusion« mit der Nachbarwehr Stangenrod, was die SPD bereits bei den ersten Beratungen ins Gespräch gebracht hatte.

Ob das aber gerade die älteren Einsatzkräfte mitmachen würden, fragte sich da Ide. Aber: »Jetzt ist aber zu früh, um darüber zu philosophieren.« Denn zunächst einmal berät der Feuerwehrbeirat. Das Gremium aus Politik und Brandschutz soll eine Empfehlung aussprechen, dürfte dabei Aspekte wie schnelle und sichere Alarmwege, Kosten und Raumprogramm ebenso gegenüberstellen und abwägen wie angemessene Umkleiden, Schulungsräume und Sanitärbereiche. Die Empfehlung soll rechtzeitig vorliegen, sodass das Stadtparlament im Dezember entscheiden könnte.

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