Ein Teil der Heuchelheimer Kindertagesstätte "Rappelkiste" könnte nach dem verheerenden Feuer wieder aufgebaut werden. FOTO: SO
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Ein Teil der Heuchelheimer Kindertagesstätte "Rappelkiste" könnte nach dem verheerenden Feuer wieder aufgebaut werden. FOTO: SO

Pläne für die neue "Rappelkiste"

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Die an Pfingsten 2019 abgebrannte Kindertagesstätte "Rappelkiste" könnte idealerweise am alten Standort in Heuchelheim wiederaufgebaut werden. Doch es werden auch Alternativen geprüft. Zudem wird im Rathaus der Ankauf des Dormiente-Hauses überlegt.

Der Gemeindevorstand um Bürgermeister Lars Burkhard Steinz legte den Gemeindevertretern nun den Vorschlag vor, die Kita "Rappelkiste" am alten Standort in Heuchelheim neu aufzubauen. Im Allgemeinen Fachausschuss gab es am Donnerstagabend Zustimmung für eine entsprechende Prüfung mitsamt Blick auf Alternativen.

Die I dee ist, dort wieder einen sechsgruppigen Bau zu erstellen, wo bis zum Feuer 2019 die Kita stand. Für diese Variante spricht, dass es eine eher kostengünstige Lösung sein und der Wiederaufbau vergleichsweise fix vonstatten gehen könnte.

Wenn der Mittelteil, der nur leicht beschädigt ist, stehen bleiben könnte, bis auf die Grundmauern entkernt und wieder aufgebaut wird, könnte ein solches Vorgehen die Bauzeit auf ein Jahr reduzieren. Die Kosten würden bei etwa 2,8 Millionen Euro liegen.

Was die Sache beschleunigen könnte: Da für einen Wiederaufbau - anders als für einen Neubau - kein Architektenwettbewerb nötig wäre, und diese Leistung frei vergeben werden könnte, gewinnt man Zeit.

Der Erste Beigeordnete Dr. Manfred Ehlers skizzierte im Allgemeinen Fachausschuss der Gemeindevertretung zudem die weiteren Optionen: Der komplette Neubau an einem anderen Standort: Dies würde rund 5,5 Millionen Euro kosten, zuzüglich der Kosten für ein zu erwerbendes Grundstück. Auch der komplette Neuaufbau auf dem bestehenden Gelände würde bei 5,5 Millionen Euro liegen, wenn der stehengebliebene Teil noch komplett abgerissen würde. Ein Aufstocken des "Sonnenhauses" oder des Kinzenbacher Kindergartens geht nicht. Das ist ebenfalls geprüft worden. Auch ein Umbau des alten Kinzenbacher Kindergartens in der Wiesenstraße würde einen unverhältnismäßig hohen baulichen und finanziellen Aufwand bedeuten. Davon war vor einigen Jahren schon einmal Abstand genommen worden. Stattdessen gab es den Neubau des Kinzenbacher Kindergartens "KiKi" am Blumenring.

Das Geld wird angesichts der coronabedingen Finanzeinbrüche der Gemeinde schon eine gewichtige Rolle spielen. Zumal mittlerweile klar ist, was die Versicherung für die abgebrannte Kita zahlt. Sie stellt 2,65 Millionen Euro für einen Neubau oder Wiederaufbau zur Verfügung. An was Ehlers zudem erinnerte: Heuchelheim verzeichnet seit Jahren steigende Geburtenzahlen: knapp 100 im vergangenen Jahr. Und der Bedarf an Betreuungplätzen wird weiter wachsen, wenn etwa junge Familien in naher Zukunft auf dem Rinn&Cloos-Areal zuziehen.

Dormiente-Ankauf?

Ehlers: "Perspektivisch werden daher neben der neu aufgebauten ›Rappelkiste‹ die Kapazitäten eines weiteren Kindergartens benötigt." Da kommt zupass, dass man im Gewerbegebiet Süd das ehemalige Produktionsgebäude des Matratzen- und Bettenherstellers Dormiente angemietet und dort den Kindern der Rappelkiste einen Interimskindergarten eingerichtet hat. Der Rat aus dem Rathaus: Sich das Dormiente-Altgebäude mitsamt dem darin untergebrachten Kindergarten dauerhaft zu sichern: Ankauf! Erste Vor- gespräche sind laut Ehlers bereits mit dem Eigentümer geführt. Hinsichtlich des Kaufpreises werden beide Parteien Gutachten in Auftrag geben. Auf deren Grundlage kann dann entschieden werden.

Im Fachausschuss unter Vorsitz von Sören Schmidt (FW) verständigte sich am Don- nerstag auf ein Prüfen der Alternativen und will sich Architekten-Ideen in der Gemeindevertretung vorstellen lassen.

Hinsichtlich eins Wiederaufbaus auf vertrautem Standort herrsche weitgehend Einigkeit. Die Grünen sprechen sich allerdings auch dabei für einen Architektenwettbewerb aus, um so die beste Lösung zu finden. Die SPD regt derweil einen interfraktionellen Arbeitskreis zur Zukunft der Kita an. In der kommenden Woche (Dienstag, 19 Uhr, Mehrzweckhalle Kinzenbach) hat dies auch der Finanzausschuss auf der Agenda. Noch im Herbst soll eine Entscheidung getroffen werden-

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