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Pläne für neue Kita in Lauter

  • Thomas Brückner
    VonThomas Brückner
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Zwei- oder dreizügig, das ist hier die Frage. Will meinen: Dass Lauter Kita-Standort bleibt, anstelle der nicht zukunftsfähigen Alten Schule einen Neubau erhält, darin ist sich der Magistrat einig. Nicht aber, was die Zügigkeit angeht: Sollen es also neben der Ü3-Gruppe gleich zwei Krippen für unter Dreijährige sein, um so auch den Bedarf aus anderen Stadtteilen zu decken, oder nur eine?

Laubachs Stadtregierung zeigt sich, um im literarischen Bild zu bleiben, »zerrissen« wie besagter Prinz von Dänemark. Einige Stadträte haben zumindest noch Informationsbedarf. Bis zur Sitzung des letztentscheidenden Stadtparlaments am 10. November aber will man eine Vorlage präsentieren. In einer Sondersitzung kurz zuvor trifft sich dann der Hauptausschuss, um eine Empfehlung abzugeben.

Dazu hat sich der Fachausschuss für Soziales ob der Formalie »kein Magistratsbeschluss« in seiner jüngsten Zusammenkunft nicht in der Lage gesehen.

Kosten von rund drei Millionen Euro

Dass im Stadtteil Lauter selbst keine drei Gruppen gebraucht würden, hatte dabei Bürgermeister Matthias Meyer vorweggeschickt. Um aber auf den Rat der Fachaufsicht beim Landkreis zu verweisen, den Fehlbedarf in der Großgemeinde - zumindest rechnerisch sind es im U3-Bereich nicht weniger als 84 Plätze - in die Planung einzubeziehen. Allerdings, so Rathauschef Meyer, sei in Laubach die Not nicht so groß wie anderswo, da nicht alle berechtigten Eltern einen Krippenplatz beanspruchten. Dennoch: »Wenn schon ein Neubau, dann dreizügig«, machte er deutlich, dass es für ihn genug der Information sei.

Die Stadt brauche nun mal weitere Plätze in Haus-Kindergärten (nur dort U3-Betreuung möglich), die künftig fünf Wald-Kitas seien schon jetzt eine hohe Quote. Mit zwei Krippen in Lauter schüfe man 24 neue Plätze (netto 20, da aktuell vier in Lauter bestehen); bei derzeit belegten 38 wäre das ein Plus von über 50 Prozent. »Für die nächsten Jahre ein realistischer Schritt.«

So Meyer, für den ein Vorteil des Standorts Lauter darin liegt, damit auch Anfragen von Pendlern entsprechen zu können. Vor allem aber auch von Eltern aus den Nachbarorten Laubach und Wetterfeld, wo ob des geplanten Baugebiets mit weiterem Bedarf zu kalkulieren sei.

Bei einem dreizügigen Neubau - vorgesehen hinter der Lautertalhalle (Foto) - rechnet die Stadt mit Kosten von rund drei Millionen Euro, abzüglich einem Landeszuschuss von 750 000 Euro. Wie in Wetterfeld würde das Oberhessische Diakoniezentrum (OD) Bauherrin, könnte die Stadt ab 2024 die Investition über einen langen Zeitraum mit den Betriebskosten begleichen. Um die Finanzierungskosten niedrig zu halten, stellte die Kommune wiederum eine Bürgschaft. Nach der Rechnung der Verwaltung würde die dreizügige Variante übrigens Betriebskosten von jährlich 250 000 Euro bedeuten; der Landeszuschuss von 90 000 Euro ist da bereits eingepreist, die Elternbeiträge nicht.

Dass der Druck steige, gab Dr. Susanne Egbert als Bereichsleiterin Kindertagesstätten am OD dem Sozialausschuss mit auf den Weg. Und: »Wir haben bereits vor anderthalb Jahren ein Konzept vorgelegt, müssen wissen, was die Politik will.«

Der Sozialausschuss wie tags darauf auch der Hauptausschuss sah sich wegen des fehlenden Magistratsbeschlusses dazu nicht in der Lage. Bleibt also, die Sitzung des Plenums abzuwarten. Dass dieses zumindest den Neubau in Lauter beschließt, das aber scheint schon jetzt ausgemacht.

Hier nur in Kürze: Im Sozial- und Hauptausschuss gab es eine Mehrheit von 5:3 bzw. 4:2 Stimmen für einen abgespeckten Marktplatz-Umbau. tb/FOTO: TB

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