Plädoyer für Artenviefalt

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Lahnau/Heuchelheim(pm). Unter dem Motto "Wissen, Wollen und Können" gab es dieser Tage eine weitere Exkursion durch den Wald südlich des Königstuhls unter Leitung von Förster Dieter Schmidt. Trotz Hitze nahmen etwa 50 Personen, mit dabei auch der neue Lahnauer Förster Alfred Einhaus. Vom Atzbacher Waldparkplatz Steinbusch ging es zunächst zu einem Bodeneinschlag. Dr. Jürgen Willig von Hessen-Forst erläuterte, um was für einen Boden es sich handelt und wie es mit der Wasserversorgung der Wald-böden derzeit bestellt ist. An einem weiteren Exkursionspunkt konnten die Teilnehmer sehen, wie schlecht es den im Frühjahr gepflanzten Douglasien geht. Anschließend wurde die weitere Behandlung eines 185-jährigen Waldbestands erläutert. Dabei wurden die zeitliche Dimension des Wachstums und das unterschiedliche Wuchsverhalten der Baum- arten vor Augen geführt.

Weiter ging es in den Kinzenbacher Wald, in dem eine kleine Fläche in den letzten 70 Jahren forstlich nicht bearbeitet wurde. Die gegenüber- liegende Lahnauer Waldabteilung dagegen ist ein mustergültig gepflegter Buchenwaldbestand mit einigen guten Eichen. Hier und auch im Exkursionsführer wurde erläutert, warum der Urwald als CO2- Speicher deutlich schlechter abschneidet als der Wirtschaftswald. Voraussetzung ist aber, dass das erzeugte Holz aus dem "Wirtschaftswald" langfristig als Bau- und Möbelholz genutzt wird.

Der Rückweg führte entlang des Gänsbaches vorbei an dem neugestalteten Köhlerhüttenplatz. Weitere Themen waren der Eichenniederwald, die Entfernung von Fichten direkt am Bachlauf, der ehemalige Steinbruch und die Pflege der Buchenbestände in der Reitel.

In seinem Schlusswort erläuterte Schmidt, dass die Förster angesichts der klimatischen Unwägbarkeiten auf eine möglichst große Vielfalt von Baumarten auf der gleichen Fläche setzten. Die waldbaulichen und finanziellen Herausforderungen seien sehr groß und würden den Gemeindehaushalt noch sehr viele Jahre belasten. Es gelte, den vorhandenen Erholungswald sorgsam zu pflegen und die über 40 Hektar Kulturflächen im Lahn-auer und Heuchelheimer Wald mit möglichst verschiedenen Baumarten neu zu begründen. Die nächste Führung wird Ende September, Anfang Oktober stattfinden. Themen sind dann der Königstuhl, die Sternschanze, das Frauenkreuz, die Mountainbiker und die Jagd im Gemeindewald.

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