Philipp Nickel
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Philipp Nickel

Philipp Nickel will's wissen

  • Rüdiger Soßdorf
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Das Rennen um die Bürgermeisterwahl in Wettenberg wird spannend: Es gibt zwar noch keinen Wahltermin, aber nun einen dritten Interessenten. Philipp Nickel aus Krofdorf-Gleiberg hat seine Kandidatur öffentlich gemacht. Der 43-jährige Wirtschaftsingenieur tritt als unabhängiger Bewerber an.

Ich habe ein klares Ziel vor Augen: Gemeinsam mit den Menschen der Gemeinde will ich die besten Lösungen für unsere Zukunft erarbeiten - und zwar über Parteigrenzen hinweg!" Am Sonntag hat Philipp Nickel aus Krofdorf-Gleiberg seine politischen Ambitionen auf Facebook angekündigt. Seit Montag sind auf der Webseite www.philipp-nickel-wet tenberg.deProfil und programmatische Schwerpunkte des Bürgermeisterkandidaten nachzulesen. "Ich interessiere mich seit Jahren für Politik; für die Kommunalpolitik allzumal", sagt der Krofdorfer gestern im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen. Wobei er der politischen Bühne bislang ferngeblieben war - er präferierte die Bütt: Bekannt ist Nickel als Protokoller des Dorfgeschehens bei den Krofdorfer Fremdensitzungen, als Anführer des Fastnachtszuges in der Lok Emma und als Vorsitzender der Krofdorf-Gleiberger Fastnachtsfreunde.

In den vergangenen Wochen sei er von unterschiedlichsten Interessengruppen angesprochen und ermuntert worden. Das habe seinen Entschluss bestärkt, sich um den Chefsessel im Rathaus zu bewerben und seinen Hut in den Ring zu werfen. "Wo und wie kann ich meinem Heimatort mehr zurückgeben als mit diesem Amt?" sagt Nickel. Der Reiz für ihn liegt zudem in der Vielfalt der Aufgaben.

Wobei er seine Kandidatur nicht zuvörderst als Reaktion auf Probleme in der Gemeinde verstanden wissen will. "Wir haben in den vergangenen Jahren eine sehr gute Politik in Wettenberg gehabt. Die Gemeinde steht wirklich gut da", sagt er. Aber es könnte nach seinem Dafürhalten eben noch mehr sein.

Etwa dabei, der Gemeinde eine Zukunftsorientierung zu geben. Beim Ausbau und Anpassen der Infrastruktur noch mehr auf den demografischen Wandel zu reagieren. Oder mehr Flexibilität in die Arbeit der Verwaltung zu bringen, durch mehr Online-Services für die Bürger und flexiblere Öffnungszeiten. Oder eben auch in der Arbeit der Kindergärten eine Ausweitung und Flexibilisierung der Betreuungszeiten zu schaffen, sagt der Vater dreier Kinder. Das nennt er "eine absolute Selbstverständlichkeit".

"Die Bedürfnisse jüngerer Bürger sind zuletzt etwas aus dem Fokus geraten", beklagt Nickel. Und verweist darauf, dass es jungen Wettenberger Familien kaum mehr möglich ist, ihren Traum vom Eigenheim in der Gemeinde zu verwirklichen. Dies nennt er aber "ein Grundbedürfnis". Es müsse bei der Ausrichtung künftiger Neubaugebiete im Zentrum stehen.

Überhaupt die Bedürfnisse: Eine Politik an den Menschen vorbei kann es nicht geben, überschreibt Nickel auf seiner Webseite die Themenfelder, die ihm am wichtigsten sind.

Ob eine politische Gruppierung Nickels Kandidatur unterstützen wird, bleibt dahingestellt. CDU und SPD haben bereits Kandidaten nominiert. Die Grünen schweigen sich noch aus, ebenso die Freien Wähler. Parteilos und unabhängig, Nickels Stichworte, das haben sich auch die Freien Wähler auf die Fahnen geschrieben. Gibt es da Nähen? Er habe den Kontakt zu den FW gesucht, sagt der Krofdorf-Gleiberger - aber bis gestern keine Antwort erhalten. Nickel will sich in der Politik ohnehin eher als unabhängigen Vermittler sehen, der alle Beteiligten zusammenbringt.

Bürgermeister Thomas Brunner (SPD) hatte im September angekündigt, nicht mehr für eine dritte Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Die CDU hat bereits im Frühsommer Andreas Heuser nominiert. Der Polizeihauptkommissar stammt aus Krofdorf und wohnt derzeit in Frankenbach. Die SPD hat derweil ihren Parteivorsitzenden Ralf Volgmann (Gleiberg) als Bürgermeisterkandidaten gekürt.

Die Wahl wird zwischen Juni und Oktober 2021 stattfinden. Neu besetzt wird der Chefsessel im Wettenberger Rathaus im Februar 2022. FOTO: PM

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