Die Pferderunde von Annerod

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
    schließen

Gleich hinter Annerod gibt es viel zu sehen: Seltene Pflanzen und Vögel in einer kargen Landschaft, eine neugotische Dorfkirche, das Panorama von Gießen. Vor allem aber die Przewalski-Pferde. Ein vom Bundesforstrevier Gießen betreutes Artenschutzprojekt soll dazu beitragen, diese Wildpferde vor dem Aussterben zu bewahren. Die kleine Herde, die auf einem 23 Hektar großen Gelände zwischen Hoher Warte und Licher Straße eine Heimat gefunden hat, ist eine echte Attraktion. Kurzum: Dieser gut einstündige Spaziergang lohnt sich. Aber nur bei klarer Sicht. Festes Schuhwerk ist ratsam und Hunde sind unbedingt an der Leine zu führen.

Die Runde startet an der Kirche von Annerod, einem markanten Bauwerk aus rotem Sandstein in neugotischem Stil und natürlich denkmalgeschützt. Die Kirchstraße geht es hinauf bis zum Waldrand, dort links ab und ein paar Schritte weiter an einer Weggabelung wieder nach links. Geradeaus über die Wiese erreicht man einen zunächst noch asphaltierten Weg. Schräg links kann man zwischen Pferde- und Ziegenkoppeln den alten Anneröder Hochbehälter erspähen. Die Route führt aber nach rechts, an dichtem Gebüsch und einer kleinen Gehölzgruppe entlang.

Dort, wo ein Pfad die Büsche teilt, nach rechts abbiegen. Hier beginnt das Naturschutzgebiet Hohe Warte und auch das doppelte Holzgatter, das die Przewalski-Pferde schützt. Für sie gelten schon längst strikte Abstands- und Kontaktregeln, wie auf Warnschildern nachzulesen ist: "Achtung!!! Füttern verboten. Lebensgefahr für Wildpferde". Aber Gucken ist erlaubt. Mit etwas Glück hält sich die Herde in der Nähe des Gatters auf. Dann kann man den schwarzen Aalstrich auf dem Rücken und die Zebrastreifung gut erkennen.

Früher war die Hohe Warte, die zur Gießener Gemarkung gehört, militärisches Gelände. Nach der erfolgreichen Renaturierung wurde sie 2015 zum "Nationalen Naturerbe" ernannt. Nichts erinnert mehr an den einstigen Standortübungsplatz, und auch das Treibstoffdepot der Bundeswehr ist einer Solaranlage gewichen. Auf sie läuft man direkt zu, wenn man am Ende des Holzgatters nach rechts abbiegt. Hinter den Sonnenkollektoren geht es noch einmal nach rechts und auf einem gut befestigten Weg, vorbei am Forsthaus des Bundesförsters, zurück zur Kirche von Annerod. us

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare