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Bereits 2007 - hier ein Archivfoto - gab es Pläne für Gewerbeflächen am Pfaffenpfad.

Pfaffenpfad-Idee feiert Comeback

  • Rüdiger Soßdorf
    VonRüdiger Soßdorf
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Gießen/Linden/Hüttenberg (so). Die Entwicklung von Gewerbeflächen-Entwicklung nahe Lützellinden, am Pfaffenpfad auf Lindener Gemarkung und auf den angrenzenden Flächen in Hüttenberg bleibt im Blick - ganz so, wie es der damalige Lindener Bürgermeister Dr. Ulrich Lenz (CDU) im Jahre 2013 prophezeit hatte: In zehn Jahren werden man wieder über den Pfaffenpfad reden, hatte er vorausgeschaut.

Drei Jahre zuvor hatte die Stadt Gießen die Lindener Pfaffenpfad-Ideen auf dem Klageweg ausgebremst. Dies seinerzeit, um eigene Entwicklungen nahe Lützellinden zu schützen.

Bei der Entwicklung des neuen Regionalplanes für Mittelhessen, der für die kommenden zehn Jahre gelten soll, sind die attraktiven Flächen für Industrie und Gewerbe wieder im Blick. Dies aufgrund der Lage mitten in Deutschland mit hervorragenden Autobahnanschlüssen. Zudem kommt der Druck aus dem Großraum Rhein-Main, wo die Flächen knapp werden und vor allem teurer sind. Immer wieder fällt das Stichwort von der Entlastungsfunktion von Mittelhessen für das Ballungsgebiet im Süden.-

Was also aktuell tun? Eine Option wäre eine interkommunale Entwicklung. Die Fachausschüsse der Regionalversammlung Mittelhessen hatten es dieser Tage wieder auf dem Tisch. Mehrheitlich hat man sich dort für eine Initiative der CDU ausgesprochen, Die sieht vor, die Pfaffenpfad-Pläne in der Größenordnung von bis zu 50 Hektar um etwa 13 bis 15 Hektar zu reduzieren, und zwar auf max. 36 Hektar. Stattdessen sollten nahe Lützellinden 18 Hektar für eine gewerbliche Entwicklung hinzukommen können. Dieses »Vorranggebiet« für Gewerbe und Industrie. Und zwar Land entlang der A 45 und der Landstraße 3054. Mit dem Verschieben von Flächen könnten wertvollere Böden geschont werden, argumentiert der CDU in der Regionalversammlung. Die SPD kann dies mitgehen und zog einen eigenen Antrag zurück. Auch die FDP spricht von einer »guten Suche nach einem Kompromiss« Dr. Matthias Büger (FDP) unterstrich das Ziel, Arbeitsplätze zu den Menschen zu bringen. Dies verringert Pendlerströme.

Grüne Bedenken

Derweil haben die Grünen grundsätzliche Bedenken: »Das ist keine Verkleinerung der Pläne, sondern eine Verlagerung«, kritisiert die Erste Kreisbeigeordnete Dr. Christiane Schmahl (Grüne). Die Freien Wähler haben sich in der Abstimmung eines Votums enthalten. Sie hatten dafür plädiert, interkommunale Gewerbe- und Industrieflächen für Linden und Gießen-Lützellinden mit einer Obergrenze bei 50 Hektar zu deckeln.

Martin Hanika (CDU) sprach derweil von einem »Angebot« an die Kommunen. Er hofft, dass sich in Linden und Hüttenberg eine neue Diskussion entwickelt, mit der geklärt wird, was man letztlich umsetzen will.

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