Was passiert, wenn der Zug Verspätung hat?

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Gießen(pm). Im Landkreis gilt wegen der hohen Corona-Infektionszahlen seit vergangenem Sonntag eine nächtliche Ausgangssperre. Doch was bedeutet das genau? Grundsätzlich besagt die Regelung, dass alle Personen im Kreis von 21 bis 5 Uhr in ihren Wohnungen bleiben müssen. Sie dürfen sie nur verlassen, wenn es einen triftigen Grund dafür gibt, der von einer Ausnahme rechtfertigt wird. Bei einer Kontrolle durch Polizei oder Ordnungsamt muss dieser Grund auch nachgewiesen werden.

Arbeiten:Wer zur Arbeit muss oder von der Arbeit kommt, darf auch nach 21 Uhr und vor 5 Uhr unterwegs sein. Arbeitgeber können ihren Beschäftigten formlose Bescheinigungen ausstellen. Auch wer Aus- oder Weiterbildungsangebote wahrnimmt, fällt unter diese Ausnahme.

Besuch:Wer außerhalb des Kreises Gießen wohnt, darf nicht vor 5 Uhr den Landkreis Gießen aufsuchen und muss ihn vor 21 Uhr wieder verlassen (es sei denn, eine Ausnahmeregelung wie beispielsweise der Weg von der Arbeit oder zur Arbeit gilt).

Wer einen anderen Hausstand besucht, muss den Besuch so planen, dass die Rückkehr in die eigene Wohnung spätestens um 21 Uhr erfolgt ist, oder im gastgebenden Haushalt übernachten.

Hausstände im Landkreis dürfen im Rahmen der zulässigen Möglichkeiten auch Personen über Nacht beherbergen, die nicht hier sesshaft sind. Auch diese dürfen aber zwischen 21 und 5 Uhr die Wohnung nicht verlassen.

Durchreise:Durchreisen durch den Kreis - per ÖPNV oder Auto - sind zulässig. Auch Tanken und der Besuch einer Raststätte im Sinne der notwendigen Versorgung sind erlaubt. Das gilt auch für das Umsteigen an Bahnhöfen.

Einsätze:Müssen ehrenamtliche Angehörige von Feuerwehren oder Katastrophenschutzeinheiten zu einem Einsatz, dürfen sie die Wohnung verlassen. Dies gilt auch für Personen, die zum Beispiel in der Notfallseelsorge oder Telefonseelsorge tätig sind.

Einkaufen:Wer zum Einkaufen unterwegs ist, muss dies so planen, dass die Rückkehr in die eigene Wohnung bis spätestens 21 Uhr erfolgt.

Gastronomie:Das Abholen von Speisen ist nach 21 Uhr nicht mehr möglich. Lieferdienste fallen unter die Ausnahme der beruflich Tätigen und dürfen auch nach 21 Uhr noch Speisen ausliefern.

Krankheit, Pflege, Unterstützung:Dringend nötige Besuche beim Arzt sind zulässig. Auch wer kranke und unterstützungs- oder pflegebedürftige Menschen betreut, kann für diesen Zweck die Wohnung verlassen. Dies schließt auch ein notwendiges Aufsuchen von Apotheken-Notdiensten ein.

ÖPNV und Reisen:Reisen sind so zu planen, dass weder die An- noch die Abreise in die Zeiten der Ausgangssperre fallen. Wer sich unverschuldet (etwa wegen Verspätungen oder Verkehrsbehinderungen bei der Heimfahrt) im Zeitraum der Ausgangssperre noch außerhalb einer Wohnung aufhält, handelt dann nicht ordnungswidrig, wenn er sich nach dem Auflösen des Staus oder etwa der Ankunft des Zuges auf schnellstem Weg in die Wohnung begibt.

Tiere:Wer einen Hund versorgt, darf mit diesem Gassi gehen. Auch wer andere Haustiere versorgen muss, fällt unter die Ausnahmen. Ebenso dürfen Tierbesitzer notfallmäßig zu einer Tierarztpraxis.

Verstöße:Verstöße gegen die Ausgangssperre sind Ordnungswidrigkeiten und werden mit Bußgeldern bis zu 200 Euro sanktioniert. In der Nacht zum Mittwoch etwa hat die Polizei Kontrollen im Kreis durchgeführt. Nur drei Autofahrer und zwei Fußgänger waren ohne triftigen Grund unterwegs und wurden auf die Ausgangsbeschränkung hingewiesen. Gegen einen uneinsichtigen Autofahrer wurde eine Anzeige gefertigt.

Die Allgemeinverfügung, die auch die nächtliche Ausgangssperre regelt, ist bis zum 22. Dezember gültig. Sie besagt, dass die Ausgangssperre erst aufgehoben wird, wenn die kreisweite Inzidenz an fünf Tagen in Folge unter 200 liegt. Die Zeit nach dem 22. Dezember wird in den kommenden Tagen mit einer neuen Allgemeinverfügung geregelt.

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