Parkplatz für Feuerwehrleute vor der Haustür?

  • vonPatrick Dehnhardt
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Gießen (pad). Es ist eine Nachricht, die in Feuerwehrkreisen aufhorchen ließ: In Raunheim (Südhessen) bekommen Freiwillige Feuerwehrleute einen eigenen Parkplatz vor der Haustür. In Straßen, in denen die Parksituation besonders prekär ist, weist die Stadt für die Einsatzkräfte eigene Stellflächen mit speziellem Parkausweis aus.

»Durch die Parkplätze kann die Anfahrtszeit im Alarmfall deutlich verringert werden«, schreibt die Feuerwehr auf ihrer Internetseite. So müssen die Ehrenamtlichen, wenn der Melder geht, nicht erst hunderte Meter zum Auto laufen, um dann zum Feuerwehrhaus zu fahren. Die Stadt wolle so auch die Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr attraktiver machen.

Parksituation am Feuerwehrhaus

Ist dies auch ein Modell für den Kreis Gießen? Kreisbrandinspektor Mario Binsch erklärt auf Anfrage, dass das Thema fehlender Parkplätze am Wohnort bislang in den Kommunen des Kreises nicht diskutiert worden sei. »Was regelmäßig thematisiert wird, ist die Parkplatzsituation unmittelbar am Feuerwehrhaus.«

Laut Unfallverhütungsvorschriften und DIN-Normen müssen die Kommunen eine bestimmte Anzahl an Parkplätzen unmittelbar am Feuerwehrhaus für die Einsatzkräfte reservieren. Das wird regelmäßig geprüft. »Sind nicht genügend Parkplätze für Einsatzkräfte verfügbar, muss die Gemeinde diese nachrüsten.« Dabei wird auch geschaut, ob die Flächen frei von Stolperstellen und auch nachts gut ausgeleuchtet sind, damit es zu keinen Unfällen kommt.

Gerade bei Feuerwehrhäusern in alten Ortskernen kann es ein Problem sein, genügend Parkplätze anzubieten. Andernorts werden die Parkplätze von Nachbarn der Feuerwehr oder Veranstaltungsbesuchern blockiert. In Grünberg habe man daher extra einen eingezäunten Parkplatz mit Schranke am Feuerwehrhaus eingerichtet, berichtet Binsch. »Die Schranke wird im Alarmfall zentral angesteuert und für die Einsatzkräfte geöffnet.« Das gleiche System ist in Großen-Linden und Großen-Buseck anzutreffen.

Dabei handelt es sich keinesfalls um einen Luxus. Binsch verdeutlicht, dass die Kommunen sicherstellen müssen, dass die gesetzliche Hilfsfrist von zehn Minuten bei Feuerwehreinsätzen eingehalten wird. »Um dies zu ermöglichen, muss ein bestimmter Anteil der Einsatzkräfte auch unmittelbar am Feuerwehrhaus parken können.«

Nun ist der Weg zum Feuerwehrhaus die eine Sache, der Weg der Feuerwehr zur Einsatzstelle die andere. Immer wieder kommt es vor, dass in Wohngebieten Anlieger ihre Autos so abstellen, das große Fahrzeuge nur schwerlich durchfahren können. Dies führt dann dazu, dass etwa eine Drehleiter nur über Umwege oder gar nicht ans Ziel kommt.

Wenn Fahrzeuge außerhalb gekennzeichneter Flächen oder auf Sperrflächen parken, müsse die Kommune aktiv werden und gegebenenfalls abschleppen lassen. Binsch sagt: »Wer falsch parkt, und damit den Rettungseinsatz behindert, macht sich strafbar.«

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