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Aus schnöden Europaletten lassen sich vorzügliche Sitzgelegenheiten bauen. Davon überzeugt sich die Jury im Gießener Rathaus. FOTO: KME

Palettenmöbel und Haargel

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Gießen(kme). In Deutschland entscheiden sich täglich Hunderte Menschen, vegan zu leben. Selbstgemachtes Haargel ist eine durchaus gesündere Alternative zum handelsüblichen. Und Bänke und Tische aus Europaletten sind ohnehin viel kreativer als jene aus dem schwedischen Möbelhaus.

So bunt wie diese Fakten gestalteten sich auch die ausgewählten Projektprüfungen, die Hauptschüler aus dem Kreis Gießen im Rahmen der Veranstaltung "ProjekTTeam20" im Gießener Rathaus präsentierten.

Erfahrungen auf großer Bühne

Neuntklässler der Adolf-Reichwein-Schule Pohlheim, der Friedrich-Ebert-Schule Gießen und der Dietrich-Bonhoeffer-Schule Lich traten am Mittwoch vor die Jury. Dabei ging es jedoch nicht um irgendeine Klassifizierung, sondern viel mehr darum, Erfahrungen in einer solchen Situation zu sammeln, "auf einer großen Bühne mit Publikum zu stehen und als Experte eines Themas aufzutreten", wie es Astrid Eibelshäuser, Schuldezernentin der Stadt Gießen, nannte. Zudem solle mit dieser öffentlichen Präsentation der Bildungsgang Hauptschule und die Projektprüfungen im Jahrgang 9 in den Mittelpunkt gerückt werden, sagte Ralf Weber, stellvertretener Schulleiter der Bonhoeffer-Schule und zum sechsten Mal Organisator der Veranstaltung. Es müsse ein Rahmen für die Leistungen der Hauptschüler geschaffen und diese gewürdigt werden.

Auf den Zuschauerrängen des Hermann-Levi-Saals im Rathaus saßen die jüngeren Mitschüler der Präsentatoren und waren sichtlich angetan von dem, was sich auf der Bühne tat. Die Jugendlichen zeigten selbst genähte Jeans und selbst hergestelltes Haargel. Sie verglichen die vegetarische mit der veganen Lebensweise. Die Jury nahm auf selbst genähten Sitzkissen und selbst gebauten Möbeln Platz und verkostete von Schülern produzierte Kartoffelchips.

Das Feedback der drei Juroren Yesim Toy (Schule Wirtschaft Mittelhessen), Heinz Gabler (Staatliches Schulamt Gießen) und Sebastian Haack (ZAUG GmbH) war überaus positiv. "Sehr spannend und kreativ", "locker, fröhlich und sympathisch" oder aber "sehr gut vorbereitet" waren häufig geäußerte Kommentare.

Besonders gut kam die Auseinandersetzung der Schüler mit dem Thema Kinderarbeit bei der Herstellung von Kleidung und die Sensibilisierung für eine gesündere Ernährung an. Den Jugendlichen gab die Jury zudem hilfreiche Tips für die Zukunft. "Ich glaube, spätere Vorträge werden mir leichter fallen. Die Erfahrung hat mir die Angst genommen, vor großem Publikum zu sprechen", sagte etwa Julie Schöps von der Reichwein-Schule.

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