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Musikschulleiter Bernd Niesner und seine Kolleginnen Gabriele Hierdeis und Natasha Wilde beim Lokaltermin.

Ouvertüre am Bahndamm

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Die Freude der musiktreibenden Vereine in Grünberg dürfte groß sein: Seit bald zehn Jahren erhofft, werden sie am 1. Juli ihr »Haus der Musik« beziehen können. Bald vergessen sein werden die Probleme mit fehlenden Räumen für Proben, Instrumente, Noten. Und auch für schnöden Bürokram ist genug Platz im neuen Domizil hinterm Bahndamm. Wo nur eine Woche später bereits die »Ouvertüre« erklingen wird, da hier Videoaufnahmen der »20er-Jahre-Revue« der Musik- und Kunstschule e.

V. (MuKS) über die Bühne gehen.

Im Rathaus gibt man sich zuversichtlich, bis Juli die Renovierung abschließen zu können. Das Zweckgebäude hinter der Gallushalle hatte die Stadt dereinst per Erbbaurechtsvertrag dem Technischen Hilfswerk übergeben. Das baute schließlich neu, zog aus. 2016 dann zogen »kleene Grimmicher« ein: Bis zum Umzug in den »Zauberwald« im November, diente das Haus als Übergangs-Kindergarten (was das erhöhte Aufkommen demontierter Kleinkinderklos auf der Baustelle erklärt). Das Gros der Arbeiten aber ist nun erledigt, einzige Baustelle betrifft die Sanitärräume. Erledigt ist auch der WLAN-Anschluss.

Gebäude an Stadt zurückgeschenkt

»Ein paar tausend Euro«, antwortet Bürgermeister Frank Ide, nach den Kosten der Renovierung befragt. Getragen hat diese die Stadt, der das Anwesen übrigens wieder gehört. 2016 hatte sie es dem Grünberger Unternehmer Dirk Bender geschenkt, der es für die Kita umbauen ließ. Den Aufwand stotterte die Stadt über die Miete ab.

Jüngst nun entschieden sich beide Seiten, und anders als zunächst geplant, für eine Rückübertragung. Ide: »Es wurde uns zurückgeschenkt.«

Vermieter ist daher nicht ein Privatmann, sondern die öffentliche Hand. Doch wird (auch) die keinen Zins einfordern. Zu zahlen haben die Vereine - Chorgemeinschaft, Musikverein und MuKS - nur die Nebenkosten. Wie hoch diese sein werden, wird sich endgültig erst nach Abrechnung des ersten Jahres sagen lassen. Dass etwa der Wasserverbrauch einer Kita um einiges höher ist, steht zu erwarten. Bis dahin ist eine Vorauszahlung zu leisten, deren Höhe den Vereinen in Kürze mit dem Mietvertrag zugehen werde, wie aus dem Rathaus verlautete. Darin auch geregelt werden sollen auch die Nutzungmodalitäten.

»Natürlich sind auch wir sehr erfreut«, meinte Bernd Niesner, Leiter der Musik- und Kunstschule Grünberg, bei einem Lokaltermin mit Kolleginnen. Der Anlass: Etwa 50 Kinder haben seit dem Herbst für die Revue »Wochenend und Sonnenschein« mit Musik der 20er Jahre geprobt, doch wie im Vorjahr verhindert die Pandemie eine öffentliche Aufführung. Das Musical geht daher online, wofür Anfang Juli im »Haus der Musik« die Aufnahmen stattfinden. »Rund 100 Schüler sind weg, jetzt sind es noch etwa 580«, erklärte Niesner zu den Folgen, die Corona dem gemeinnützigen Verein beschert hat.

Was die ohnehin angespannte Situation, verwiesen sei nur auf die Kosten für das angemietete Haus in der Alsfelder Straße und den Raummangel, noch verschärft haben dürfte.

Hoffen auf Planungssicherheit

Jetzt aber blickt auch die MuKs besseren Zeiten entgegen. Einzige Unwägbarkeit fasst der Schulleiter mit dem Wort »Planungssicherheit«: Gemeint ist die Höhe der Nebenkosten (Heizung, Strom, Wasser und Kanal). In wenigen Tagen aber wird mit der Zusendung des Mietvertrags auch dieses Fragezeichen beseitigt sein.

Klar, dass auch die MuKS, in den letzten beiden Ausnahmejahren mit einer auf 6000 Euro verdoppelten städtischen Förderung bedacht, auf leistbare Forderungen hofft. tb/Fotos: tb

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