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Die Brücke in der Bachstraße in Salzböden ist marode, nun ist ein Neubau angedacht.

Nur noch für Fußgänger und Radler?

  • Jonas Wissner
    VonJonas Wissner
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Soll die Brücke über die Salzböde in der Salzbödener Bachstraße nach dem Neubau noch für Autos befahrbar sein? Über diese Frage hat nun der Lollarer Finanzausschuss debattiert. Auch mögliche Steuererhöhungen waren Thema.

Lollar ist reich an Flüssen - das ist landschaftlich reizvoll, bringt aber auch einigen Aufwand für den Erhalt von Brücken mit sich. Dies gilt aktuell besonders für die Brücke über die Salzböde in der Bachstraße in Salzböden, die das Dorf unter anderem mit dem Sportplatz verbindet. Es besteht dringender Handlungsbedarf - und der Lollarer Haupt und Finanzausschuss (HFA) hat am Donnerstag darüber diskutiert, welche Variante sinnvoll wäre.

»Es ist lange bekannt, dass die Brücke abgängig ist. Wir haben es auch aus haushalterischen Gründen nach hinten geschoben, bis es nicht mehr geht«, räumte Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek ein. Inzwischen lohne sich eine Sanierung im Grunde nicht mehr, sondern es brauche einen Neubau. Die Brücke stehe »auf Prio eins und muss gemacht werden«, ansonsten müsse sie komplett gesperrt werden. Damit der Bau zeitnah erfolgen kann, müssten Haushaltsmittel bereitgestellt und ein entsprechender Beschluss gefasst werden, um zumindest schon einmal »die Richtung vorzugeben«.

Zwar war im Haushalt schon Geld eingestellt. Die Mittel wurden laut der Beschlussvorlage aus der Verwaltung aber vom Magistrat gestrichen und eine Zustandsprüfung veranlasst. Nun liegen, wie aus der Vorlage hervorgeht, zwei von einem Ingenieurbüro ausgearbeitete Varianten auf dem Tisch: ein Neubau als Geh- und Radwegebrücke für knapp 245 000 Euro brutto oder eine auch von motorisiertem Verkehr befahrbare Straßenbrücke zu Kosten von knapp 540 000 Euro.

Knappes Votum für Straßenbrücke

Petra Schubert (Grüne) sprach sich für die Fuß- und Radweg-Variante aus. Dies biete sich in einer Zeit an, in der viel über die Mobilitätswende gesprochen werde, außerdem sei dort wenig Autoverkehr zu beobachten. Ihr Fraktionskollege Wolfgang Haußmann verwies zudem auf die »angespannte Haushaltslage«, die für diese Variante spreche.

Sowohl CDU als auch SPD tendieren dagegen zur teureren Variante, also der Straßenbrücke. Jannis Gigler (CDU) monierte, dass lange nichts für die Instandsetzung getan worden sei. Er betonte, dass der asphaltierte Feldweg auf der Seite des Sportplatzes nicht für Begegnungsverkehr ausgelegt sei - im Fall einer nicht von Autos befahrbaren Brücke bliebe aber nur die Zufahrt auf dieser Seite.

Schließlich empfahl der HFA mit knapper Mehrheit von vier Stimmen (CDU und SPD) gegen drei Stimmen (FDP/Grüne) die Variante als Straßenbrücke. Der Ortsbeirat hatte dies bereits im Juni bevorzugt. Das letzte Wort hat die Stadtverordnetenversammlung. Allerdings sind, wie in der HFA-Sitzung deutlich wurde, noch Anpassungen möglich, etwa bei der Materialwahl.

Im Zusammenhang mit dieser Diskussion erkundigte sich Dr. Jens-Christian Kraft (CDU), wie es um die Finanzen der Stadt bestellt sei - und ob angesichts der in Lollar abgeschafften Straßenausbaubeiträge womöglich bald eine Steuererhöhung nötig werde. »Wir leben momentan von den Rücklagen, das wird von der Kommunalaufsicht noch geduldet«, antwortete Kämmerer Wieczorek. Auch im kommenden Jahr ließen sich Erhöhungen der Gewerbe- und Grundsteuer-Hebesätze voraussichtlich noch einmal abwenden, danach aber könnten sie laut Wieczorek erforderlich sein. Gerade bei der Gewerbesteuer sei die Einnahmesituation derzeit nicht rosig, zumal eines der größten Unternehmen in Lollar seit Jahren keine Gewerbesteuern vor Ort zahle.

Ein weiteres Thema im Ausschuss war der Verkauf der »Neuen Schule« und des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses in Odenhausen. Laut Vorlage soll die Sirene dort erhalten bleiben und das Zugangsrecht der Stadt gesichert werden. 2019 hatte ein Bieter schon den Zuschlag bekommen, der Interessent hatte dann aber zurückgezogen. Vier Bieter haben nun Angebote zwischen 185 000 und 290 000 Euro abgegeben, wobei der Magistrat einen Verkauf an den Höchstbietenden favorisiert. Dem schloss sich nun auch der HFA bei einer Enthaltung an.

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