Nützliches Chaos

  • Vonred Redaktion
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Gießen (pm). Seit dem 1. Oktober dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz wieder Bäume und Sträucher geschnitten werden. Vögel haben ihre Bruten abgeschlossen und Pflanzen bereits genügend Energie für den Winter getankt. In diesen Tagen stellen sich viele Grundstückbesitzer die Frage: Wohin mit dem Astschnitt und anderen Gartenabfällen?

Grundsätzlich lassen sich Schnittgut und Gartenabfälle in der Biotonne oder dem Kompostierungswerk entsorgen. »Doch es gibt vielseitige Ideen, die unter anderem als strukturbildende Elemente in den eigenen Garten oder auf Grünland integriert werden können. Neben einem Beitrag zur Biodiversität lässt sich damit langfristig auch noch jede Menge Gartenarbeit sparen«, sagt Naturschutzdezernent Christian Zuckermann.

Zuckermann ruft auf, den Garten über den Winter etwas wilder zu belassen, um der Tierwelt etwas Gutes zu tun.

Laubhaufen als Kälteschutz

Deutlich nachhaltiger sei ein naturnaher Garten, in dem die altbewährten Methoden genutzt werden und die biologische Vielfalt auf natürliche Weise gefördert wird. Dazu gehört etwa der Komposthaufen. Einmal angelegt, sorgen Mikroorganismen und kleinste Bodenlebewesen, die die organischen Substanzen abbauen, im Laufe des Jahres für wertvollen Humus. Auch klein gehäckseltes Gras kann direkt auf dem Boden liegen gelassen werden. Dort verrottet es besonders schnell und führt dem Boden wieder wertvolle Nährstoffe zu.

Laubhaufen dienen als Kälteschutz. Das Laub aus dem Herbst kann liegen gelassen werden und schützt so Pflanzen und Tiere. Auch Totholz- und Reisighaufen können als Igelhotel genutzt werden. Außerdem kann die Benjeshecke, wenn noch eine reichliche Menge Astschnitt vorhanden ist, als natürlicher und kostengünstiger Sichtschutz gebaut werden.

Nach dem Winter ist es am besten, wenn Reisighaufen und Co dauerhaft erhalten bleiben. So lässt sich ein verlässlicher Kleinlebensraum für viele Tiere kreieren. Ist dies nicht möglich, sollte der Schnittguthaufen im Frühjahr auf keinen Fall einfach in Brand gesetzt werden, denn hier können sich noch Igel oder andere Kleintiere aufhalten, die dort Unterschlupf gefunden haben.

Mehr Infos erhalten Interessierte bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreis per Telefon unter 06 41/93 90-13 52 oder per Mail an alisha.weigand@lkgi.de.

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