Nützlicher Lottogewinn

  • vonred Redaktion
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Gießen(pm). Ein Multikopter mit Wärmebildkamera wird ab diesem Frühjahr im Raum Gießen Rehkitze und Bodenbrüter vor der Wiesenmahd retten helfen. Mit dieser Technik will der Jagdverein Hubertus Gießen und Umgebung beim Aufspüren von Jungtieren noch effektiver sein. Die notwendige Anschaffung für das Durchkämmen der Wiesen von oben sichert der Zusatzgewinn der Umweltlotterie "Genau" in Höhe von 5000 Euro, für den sich der Verein beworben hatte.

Wenn die Landwirte im Frühjahr die Wiesen mähen, um Futter für ihre Tiere zu ernten, bringen viele Wildtiere ihre Jungen zur Welt und ziehen sie auf. Insbesondere Rehkitze werden von den Ricken im hohen Gras versteckt: klein, geruchlos und mit einem Instinkt ausgestattet, sich bei Gefahr flach zu ducken, anstatt zu flüchten. So sind sie in den ersten Lebenswochen vor ihren Fressfeinden perfekt getarnt, geraten aber nahezu unweigerlich unter jede anrollende Mähmaschine. Jedes Jahr sterben so Tausende von Rehkitzen. Dies droht auch auf dem Gelege sitzenden Bodenbrütern wie Rebhühnern oder Fasanen.

Klimawandel erhöht Gefahren

"Der Klimawandel, aber auch der technologische Fortschritt erhöhen die Gefahren sogar noch, denn die früher einsetzende Vegetationsperiode nach den milden Wintern macht eine frühe Mahd notwendig, die dann auch noch von immer breiteren und schnelleren Rotationsscheren ausgeführt wird", erklärt Hubertus-Chef Dieter Mackenrodt.

Damit Wildtiere nicht von den Mähmaschinen erfasst werden, müssen sie von den zu mähenden Flächen vergrämt oder kurz vor der Mahd aufgespürt werden. Eine mühsame Arbeit. In Absprache mit den Eigentümern werden die Wiesen durchkämmt. Ein 450 Hektar großes Areal in und um Gießen betreut der Verein mit acht ehrenamtlichen Helfern, die allein im vergangenen Jahr zu insgesamt zwölf Einsätzen ausrückten, teilweise schon um fünf Uhr morgens. 145 Hektar Fläche wurden abgesucht und dabei acht Rehkitze, Fasane und Rebhühner gerettet.

Mackenrodt sagt, dass die Nachfrage stetig wachse. Und damit steige die Zahl der Flächen und Einsätze, was allein zu Fuß nicht mehr zu bewältigen sei. Auch deshalb sei ein Multikopter mit Wärmebildkamera hilfreich und effektiv beim Aufspüren von Jungtieren. Da kommt die Unterstützung der Umweltlotterie beim Kauf des rund 4500 Euro teuren Geräts zum richtigen Zeitpunkt. Der Multikopter soll ab März zum Einsatz kommen. Dann will der Verein zudem prüfen, ob die Drohne auch beim Aufspüren von verunfalltem Wild zum Einsatz kommen kann.

Das Projekt "Fliegende Wildretter - Einsatz eines Multikopters mit Wärmebildkamera zur Rettung junger Wildtiere" ist das siebte Projekt im Landkreis Gießen, das seit dem Start der Umweltlotterie "Genau" den Zusatzgewinn für die Umwelt erzielen konnte. Insgesamt sind damit bislang 35 000 Euro in Umweltprojekte des Kreises geflossen.

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