Eltern, die in Bereichen wie etwa Polizei, Justiz oder Medizin und Pflege arbeiten, haben eine Anspruch auf die Notbetreuung. SYMBOLFOTO: DPA
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Eltern, die in Bereichen wie etwa Polizei, Justiz oder Medizin und Pflege arbeiten, haben eine Anspruch auf die Notbetreuung. SYMBOLFOTO: DPA

Coronavirus

Notbetreuung in Kindertagesstätten - Hilfsangebote für Senioren - Auflagen für kleine Veranstaltungen

  • vonred Redaktion
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Die Bürgermeister und der Landkreis haben die Notbetreuung in Kitas geregelt. Zudem gelten ab Mitte der Woche strenge Auflagen für Veranstaltungen ab 50 Gästen.

Der Landkreis Gießen und die Städte und Gemeinden haben sich auf ein verbindliches Vorgehen in der aktuellen Situation rund um die Ausbreitung des Coronavirus geeinigt.

In einer Sondersitzung haben die Bürgermeister gemeinsam mit Landrätin Anita Schneider am Samstagvormittag in Gießen einmütig Regelungen für die Notbetreuung in Kindertageseinrichtungen beschlossen. Am Freitagabend hatte das Land, den Unterricht an Schulen bis zum Ende der Osterferien ausgesetzt. Dies gilt auch für den Betrieb von Kitas und die Betreuung durch Tagespflegepersonen.

Vom heutigen Montag an ist in den Kitas eine Notbetreuung gewährleistet. Wie auch an den Schulen, sind die Betreuungsplätze hier für Kinder vorbehalten, deren Eltern in Bereichen arbeiten, die derzeit zwingend erforderlich sind: Polizei, Justiz, Hilfsorganisationen, Rettungsdienste, Medizin und Pflege.

Kreis und Kommunen haben dies um alle wichtigen Bereiche der Kommunalverwaltungen sowie weitere Bereiche der Daseinsvorsorge erweitert. "Damit stellen wir sicher, dass das Gesundheitsamt oder Ver- und Entsorgungsbetriebe arbeitsfähig bleiben", sagt Landrätin Anita Schneider.

Eltern, die keine Nachweise über ihre Berufstätigkeit erbringen, haben kein Anrecht auf eine Betreuung. Berücksichtigt wird zudem, ob ein anderes Elternteil eine Betreuung übernehmen kann. "Dabei möchten wir verhindern, dass Großeltern sich um Kinder kümmern müssen", sagt Landrätin Schneider. "Denn derzeit müssen vor allem ältere Menschen vor einer Ansteckung geschützt werden."

Kleine Veranstaltungen ab 50 Gästen bis 30. April stark eingeschränkt

Kreis und Kommunen treffen zudem verbindliche Regelungen für Veranstaltungen, zu denen weniger als 1000, aber mehr als 50 Personen erwartet werden. Die neue Regelung soll Mitte der Woche in Kraft treten und gilt zunächst bis 30. April. Untersagt werden damit alle öffentlichen Veranstaltungen über 50 Personen, wenn nicht bestimmte Vorgaben des Robert Koch-Instituts zum Infektionsschutz eingehalten werden. So müssen Veranstalter ausschließen, dass Personen mit Atemwegsbeschwerden teilnehmen oder Personen anwesend sind, die sich zuvor in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Ein Mindestabstand zwischen Personen von einem Meter ist einzuhalten. Veranstalter müssen eine Woche vor Termin nachweisen, dass diese Auflagen eingehalten werden.

"Das Land hat hier bislang keine einheitliche Vorgabe gemacht", sagt Landrätin Schneider. "Zur Sicherheit der Bevölkerung, aber auch zur Absicherung der Veranstalter werden wir deshalb Veranstaltungen ganz erheblich einschränken.

Die Regelung gilt nur für öffentliche Veranstaltungen. Aber auch für das private Umfeld müsse jeder einzelne abwägen, wenn es um größere Familienfeiern oder andere Treffen gehe, sagt Landrätin Schneider. "Auch hier gilt, dass wir alles tun sollten, um Risikogruppen zu schützen." Der Landkreis wird alle eigenen Informations- und Kulturveranstaltungen in den kommenden Wochen absagen sowie die kreiseigenen Sporthallen schließen. Großveranstaltungen über 1000 Besucher sind bereits grundsätzlich untersagt.

Ob sich dies auch auf die Arbeit der Kommunalpolitik auswirkt, das wird vor Ort entschieden. Der Kreis empfiehlt den Vorsitzenden der Gemeindevertretungen und Stadtverordnetenversammlungen sowie den Ältestenräten, ein Verschieben von Terminen zu prüfen. Kommunale Spitzenverbände klären außerdem, ob Magistrate und Gemeindevorstände unter Umständen per Videokonferenz Entscheidungen treffen können. Der Kreisausschuss des Landkreises wird die nötigsten Entscheidungen verstärkt über Umlaufbeschlüsse treffen, dafür ist keine Anwesenheit der Mitglieder erforderlich.

Hilfe für Senioren

Die Kreisverwaltung wie auch Gemeindeverwaltungen bleiben geöffnet. Bürger werden gebeten, nur in dringenden Fällen die Verwaltungen persönlich aufzusuchen und sonst telefonisch oder per Mail Kontakt aufzunehmen. Die eine oder andere Stadt - beispielsweise Hungen - hat derweil begonnen, alle anderen öffentlichen Gebäude wie Bürgerhäuser und Sporthallen zu schließen.

Die Rathäuser werden Angebote für Nachbarschaftshilfe sammeln und appellieren an die Solidarität, vor allem alleinstehenden älteren oder gesundheitlich beeinträchtigten Menschen zu helfen. Wer sich im Augenblick nicht selbst versorgen kann, kann sich an seine Gemeindeverwaltung wenden. Das gilt umgekehrt auch für alle, die aktiv ihre Hilfe anbieten möchten.

Neben den Hilfsangeboten durch die Rathäuser bieten auch Organisationen und Kirchengemeinden älteren Menschen Unterstützung an. Eine Auswahl:

Der TV Hüttenberg organisiert eine Einkaufshilfe.

In Linden unterstützen die Generationenbrücke und die evangelische Kirchengemeinde Bürger, die nicht einkaufen gehen sollen. Diese Menschen können sich bei Martina Stöhr (Generationenbrücke) oder bei Pfarrer Axel Zeiler-Held melden und werden von ehrenamtlichen Helfern versorgt. Erreichen kann man Martina Stöhr unter 01 73/7 52 72 17 und Axel Zeiler-Held unter 01 76/7 97 84 32 50.

In Buseck hat die evangelische Kirchengemeinde einen Dienst eingereichtet. Das Team von "Buseck hilft" übernimmt Einkäufe für Bürger in allen Ortsteilen, die zur Risikogruppe gehören oder unter Quarantäne stehen. Wer Unterstützung benötigt oder selbst helfen will, kann sich an Pfarrer Thomas Leimbach wenden, 0 64 08/25 27; ev-kirche-alten-buseck@t-online.de.

Infotelefon zur Kita- und Schulschließung

Der Landkreis Gießen hat unter Telefon 0641/2010-6860 eine zentrale Info-Hotline für alle Fragen rund um Schul- und Kitaschließungen eingerichtet. Das Telefon ist besetzt am Sonntag (14. März) von 12 bis 21 Uhr, Montag (15. März) von 6 bis 14 Uhr und Dienstag (16. März) von 6 bis 14 Uhr.

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