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Anita Schneider bewirbt sich bei der SPD um ein Mandat fürs Landratsamt bis 2028 - und bekommt 100 Prozent Zustimmung.

Landratswahl

Nominierung für dritte Amtszeit: SPD kürt Anita Schneider

  • Rüdiger Soßdorf
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100 Prozent Zustimmung auf dem Parteitag - für die SPD in Landkreis und Stadt Gießen ist klar: Anita Schneider soll ihre Arbeit als Landrätin fortsetzen.

Freitagabend gegen Viertel nach acht: Fast zeitgleich fielen die Entscheidungen. Während der CDU-Kreisvorstand nach einer nichtöffentlichen Sitzung die Entscheidung bekanntgab, dass Peter Neidel Landrat werden soll, stimmten in der Gießener Kongresshalle die Sozialdemokraten aus Stadt und Landkreis Gießen auf einem Parteitag für Anita Schneider. Die seit 2010 amtierende Landrätin ist damit für eine dritte Amtszeit nominiert - und zwar zu 100 Prozent: Alle 71 anwesenden Delegierten sprachen ihr in geheimer Wahl das Vertrauen aus.

»Fast der ganze Landkreis hat aufgeatmet, als du vor wenigen Tagen erklärt hast, wieder anzutreten«, beglückwünschte die Gießener Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz die Landrätin zu ihrer Entscheidung. Und warb vor der geheimen Wahl nochmals für ein klares Votum für Schneider mit den Worten: »Auf dich ist Verlass!« Um in Folge das ganze Spektrum von sozialer Sicherung und sozialer Gerechtigkeit über Kommunalfreundlichkeit bis hin zur Wirtschaftsförderung aufzuzählen, auf dem Schneider erfolgreich arbeite. Während andere Programme schrieben, habe Schneider Dinge schon längst auf den Weg gebracht. Um ihr nicht zuletzt zu attestieren, eine zupackende Krisenmanagerin zu sein.

Landrätin Anita Schneider erneut nominiert: »Bestes Angebot für die Menschen«

Parteichef Frank-Tilo Becher nannte Anita Schneider »das beste Angebot für die Menschen im Landkreis bei der Wahl am 26. September«. Sie sei »die stärkste Zukunftsoption«, damit die Politik im Kreis Gießen eine sozialpolitische Handschrift behalte. Auch der frühere SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel warb für Schneider: Sie könne zuhören und gestalten - und sie habe Charakterstärke: »Bei ihr weiß man immer, woran man ist.«

Schneider selbst hatte kurz zuvor in einer Grundsatzrede dargelegt, dass sie nach wie vor Ideen und Elan habe - »und Lust auf eine Politik, die von Werten wie Vielfalt, Teilhabe, Respekt, Vorsorge und Verantwortung getragen« sei und die den Menschen in den Mittelpunkt allen Schaffens stelle. Schwerpunkte will Schneider bei der Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie setzen sowie beim Klimaschutz. Es gehe »um gute Arbeit, eine gute Verkehrsinfrastruktur, um zukunftsfähige Schulen und um unser Klima«, umriss Schneider die Aufgaben, denen sie sich in den kommenden Jahren stellen will.

Wichtig sei der Einsatz erneuerbarer Energien, vor allem aber Energie-Einsparung auf den Feldern Mobilität und Gebäudesanierung. Die Megatrends der heutigen Zeit, Digitalisierung, Klima- und Umweltschutz, erforderten ein grundsätzliches Umdenken - auch auf kommunaler Ebene. Dabei wolle sie an der Spitze des Landkreises Sorge tragen, dass dieser weiter verlässlicher Partner der Kommunen sei. Beim flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser solle noch in diesem Sommer mit dem Bau von Glasfaseranschlüssen für alle Schulen begonnen werden. Binnen zwei Jahren sollten alle Schulen in Stadt und Landkreis Gießen an Glasfaser angeschlossen sein. Der Wandel von der Industrie- zu einer Wissensgesellschaft müsse, so Schneider, auch auf lokaler Ebene mitgestaltet werden. Zentral sei für sie, dass die Menschen diese Transformation mitgehen können. Dazu gehöre auch, über »New Work« im ländlichen Raum nachzudenken. »Die Interkommunale Zusammenarbeit, die Unterstützung der Kommunen, bleibt dabei eine Herzensangelegenheit«, sagte Schneider unter dem Applaus der Delegierten. FOTO: SO

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