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Ein seltenes Bild: Eine große Wandergruppe am Fuß des Vetzbergs. ARCHIVFOTO: SO

Noch Luft nach oben

  • Rüdiger Soßdorf
    VonRüdiger Soßdorf
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Heuchelheim, Biebertal, Lahnau und Wettenberg vermarkten sich touristisch gemeinsam als »Gleiberger Land«, sind dabei naturgemäß angedockt an das Lahntal. Dabei ist noch Luft nach oben. Das zeigt der Tourismusbeauftragte Christian Liebetruth auf.

Rund 25 000 bis fast 30 000 Übernachtungen per anno im Gleiberger Land - das ist zwar nicht der Brüller, aber doch erklecklich. Vor allem, wenn man die Zahlen vor 20 Jahren anschaut. Gastronomie und Hotellerie sowie Besitzer von Ferienwohnungen profitieren von der in Gang gekommenen touristischen Bewerbung der Region. Bis denn Corona zuschlug. 2020 wurden nur knapp 16 000 Übernachtungen von Gästen in Biebertal, Heuchelheim, Lahnau und Wettenberg gezählt. Allein der Ausfall des »Golden Oldies«-Festivals haut da voll rein. Und in diesem Jahr sieht es nicht viel besser aus.

Auch wenn zu den Übernachtungen neben den touristischen auch die von Geschäftsreisenden und Monteuren zählen, so ist die Bettenbelegung in Hotels, Gaststätten, Pensionen und Ferienwohnungen in der Tourismusbranche die einzige einigermaßen belastbare Größe, wie Christian Liebetruth einräumt. Der Tourismusmanager fürs Gleiberger Land stellte am Dienstag in Wettenberg im Kulturausschuss Tätigkeiten und Projekte vor. Und konnte darlegen, dass seit 2003 bis 2019 die Übernachtungszahlen lahntal-weit kontinuierlich gestiegen sind, wovon auch das Gleiberger Land profitierte.

»Tourismusförderung ist Wirtschaftsförderung« sagt der Fachmann, der seit 2017 mit einer halben Stelle das Gleiberger Land als Tourismusbeauftragter betreut. Gäste, die sich eine Region erwandern oder mit dem Rad erschließen, gehen essen, kaufen ein, übernachten…

Vor allem als Wanderregion wurde das Gleiberger Land beworben, etwa mit dem Kelten- &Römer-Pfad und dem Lahnwanderweg oder mit dem kleinen Rundweg um den Gleiberg, dem Rote-Rinder-Weg.

Wobei da noch Luft nach oben ist, wie Liebetruth deutlich macht. Etwa durch das Ausweisen weiterer Wege, vor allem aber das Zertifizieren vorhandener Routen. Letzteres, um gewisse Standards wie etwa ausreichende Breite, geringer Teerweg-Anteil etc. nachzuweisen, die wichtig sind für das weitere Bewerben und Vermarkten der Strecken auf Plattformen wie »Outdoor-aktive« oder »Komoot«.

Im Blick sind da konkret zum einen eine »Erlental-Runde« nahe Wißmar sowie ein Zwei-Burgen-Weg gemeinsam mit Biebertal, der Gleiberg und Vetzberg erschließt. Bei ersterer bedarf es hier und da noch kleinerer Anpassungen der Routenführung, um eine Zertifizierung anzustreben. Der Zwei-Burgen--Weg wäre »bereit«. Was ebenfalls wieder auf Vordermann gebracht werden soll, das ist die Internetpräsenz. Zudem müssen die mehr als 30 Infotafeln erneuert werden, die seit Jahren an zentralen Stellen und sogenannten »points of interest« im Gleiberger Land stehen. Teils veraltet oder beschädigt, vor allem sehr textlastig, sagt Liebetruth und schlägt da Verbesserungen vor. Wobei geschaut wird, ob die vier Gemeinden die Möglichkeit haben, dies über EU-Mittel fördern zu lassen.

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