anj_impfen_120321_4c
+
Laut Umfrage ist der größte Teil der hausärztlichen Praxen bereit, sich an der Impfkampagne zu beteiligen. SYMBOLFOTO: DPA

Noch in der Warteschleife

  • vonRedaktion
    schließen

Gießen (pm). Viele hausärztliche Praxen in Stadt und Landkreis Gießen bereiten sich momentan darauf vor, in einigen Wochen gegen Covid-19 zu impfen. Noch fehle allerdings der Impfstoff - und ein festgelegtes Prozedere, heißt es in einer Pressemitteilung.

»Viele Patienten fragen schon an, ob es bereits Impftermine in der Praxis gibt«, berichtet die Hausärztin und Diabetologin Dr. Cornelia Marck aus Pohlheim. Und auch bei ihrem Kollegen, Dr. Jörg Triphan, rufen bereits Impfwillige an: »Leider muss ich meine Patienten allerdings weiterhin enttäuschen - noch kann ich keine Impftermine vergeben.«

Hessenweit 50 Pilotpraxen

Denn noch wissen die Allgemeinmediziner nicht einmal genau, ab wann und unter welchen Bedingungen sie impfen können. Die Kassenärztliche Vereinigung hat jüngst darüber informiert, dass in Hessen zunächst ein Pilotprojekt geplant sei, um das Impfprozedere zu testen - derzeit werden 50 Praxen gesucht, die sich für das Projekt zur Verfügung stellen. Sie müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, unter anderem sollen sie Impfsprechstunden und Hausbesuche anbieten können und möglichst barrierefrei erreichbar sein.

Die meisten hausärztlichen Praxen sehen sich allerdings schon jetzt gut vorbereitet: »Ich könnte sofort loslegen«, erklärt Thomas Heckrodt, Hausarzt in Niederkleen und 2. Vorsitzender des Ärztenetzes Kreis Gießen. Die Vorgaben, die die Kassenärztliche Vereinigung formuliert hat, erfüllt seine Praxis bereits. »Wir impfen jedes Jahr unzählige Patienten und haben, so wie alle allgemeinmedizinischen Praxen, massenhaft Erfahrung.« Die neuen Prozesse ließen sich sicherlich schnell einführen.

Größter Teil der Ärzte bereit

Ähnlich äußern sich auch andere Hausärzte aus dem Landkreis. Laut einer kleinen Umfrage ist der größte Teil der hausärztlichen Praxen im Ärztenetz bereit, sich an der Impfkampagne zu beteiligen. Viele wollen sich deshalb als Pilotpraxis zur Verfügung stellen. »Wir möchten helfen, damit die Pandemie endlich ein Ende findet«, sagt Thomas Heckrodt.

Erst ab Ostern soll das Impfen wohl sukzessive in allen vertragsärztlichen Praxen möglich werden. Bis dahin bitten die Hausärzte um Geduld: »Sobald wir impfen dürfen und können, werden wir unsere Patienten informieren«, erklärt Dr. Marck.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare