Das Telekommunikationsunternehmen "GöTel" will die Altenhainer Haushalte mit Glasfaseranschlüssen versorgen - Voraussetzung aber ist eine Anschlussquote von mindestens 60 Prozent, hier also 107 Haushalte. 40 Verträge liegen bislang vor. SYMBOLFOTO: DPA
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Das Telekommunikationsunternehmen "GöTel" will die Altenhainer Haushalte mit Glasfaseranschlüssen versorgen - Voraussetzung aber ist eine Anschlussquote von mindestens 60 Prozent, hier also 107 Haushalte. 40 Verträge liegen bislang vor. SYMBOLFOTO: DPA

Noch fehlen 67 Verträge

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Laubach(dis). Altenhains Bürger warten seit Langem auf den Anschluss an die Datenautobahn. Bisherige Funklösung hat eher den Standard einer Landstraße. Die Hoffnungen ruhen nun auf dem Göttinger Unternehmen "GöTel", dessen Vertreter einen Glasfaseranschluss via Wohnfeld avisiert haben. Freilich unter der Bedingung ausreichender Vertragsabschlüsse.

Bei einer Infoveranstaltung am Samstag, zu der Ortsvorsteher Andreas Schöneborn und Stadtverordnetenvorsteher Joachim M. Kühn geladen hatten, nannte GöTel-Projektleiter Ingo Saur die Zahl von 107, die bis zum Jahresende erreicht werden müsse.

Ortsvorsteher geht von Haus zu Haus

Rund 50 Einwohner nahmen an der Informationsveranstaltung teil, die aus naheliegenden Gründen dreigeteilt war. Kühn erinnerte eingangs daran, dass Laubachs Stadtverordnete einmütig ihre Unterstützung zugesagt hatten. Jetzt liege es an den Altenhainern. Unbestritten sei, wie wichtig gerade im ländlichen Raum schnelles Internet für viele Gewerbetreibende, Arbeitnehmer und Schüler sei.

Schöneborn kündigte an, in den nächsten Tagen alle Haushalte aufzusuchen und Anträge zu verteilen. Man werde sehen, ob die erforderliche Anzahl erreicht werde.

Saur, der kurz seine Firma und ihr Verbreitungsgebiet vorstellte, erläuterte die technischen Standards, die Vorbereitungsarbeiten zum Anschluss sowie die Kosten bzw. Tarife. Das Unternehmen verlegt sogenannte Backbone-Leitungen - Glasfaserkabel von der Datenhauptleitung an die Verteilerkästen in den jeweiligen Ortschaften. Erst, wenn sich mindestens 60 Prozent der Haushalte (hier besagte 107) für einen schnellen Datenanschluss entschieden hätten, werde Glasfaser bis ins Haus gelegt und die Bagger könnten anrollen. Der Ausbau sei schließlich auch mit erheblichen Investitionen verbunden.

Liege die erforderliche Zahl von Verträgen vor, werde man bereits im ersten Halbjahr 2021 Glasfaserkabel nach Altenhain verlegen. Danach erfolge die Anbindung der Haushalte. Auch der "Steinköppel" werde in die Planung einbezogen. Am Ende der Veranstaltung lagen 40 Vertragsabschlüsse vor. Damit, so das Fazit der Initiatoren, sei Altenhain auf einem guten Weg, eine der besten Internetanbindungen in Hessen zu erhalten, mit der eine Leistung von 200 MBit/s und mehr Standard werde.

Bisher Funklösung: Systemausfälle

Zum Hintergrund: Vor rund zehn Jahren begannen die Planungen für den Breitbandausbau im Landkreis Gießen. Bei der Ausschreibung hatte OR-Network den Zuschlag für den Ausbau in Altenhain erhalten. "Private Anbieter", darauf machte Kühn nochmals aufmerksam, "hatten damals Vorrang vor kommunal organisiertem Ausbau (Stichwort: "kein Marktversagen").

Die Qualität der Funkverbindung aber ernüchterte, immer wieder kam es zu Beschwerden. Nachbesserungen lösten die Probleme nicht, wie jüngst auch eine Befragung zeigte. Mit Übernahme von OR-Network durch GöTel, so weiter Kühn, habe sich nun die Möglichkeit eröffnet, mit dieser finanzstarken Firmengruppe die ersten Schritte zur Glasfaseranbindung zu gehen.

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