+
Die Bewerter schauen genau hin: Wie verhält sich der Hund auf für ihn ungewohnten Untergründen, wie etwa dieser Brücke aus losen Brettern?

Nicht jeder Hund kann retten

  • schließen

Es ist sowohl für die Tiere als auch die Besitzer eine erfüllende Aufgabe: die Arbeit als Rettungsteam. Doch nicht jeder Hund ist dafür geeignet. So dürfen die Tiere nicht zu alt sein. Darum ging es nun bei einem Seminar in Linden und Langgöns.

Was muss ein Rettungshund alles können? Was muss er von klein auf mitbringen, und welche Hunde sind überhaupt geeignet für eine derartige Ausbildung? Darum ging es jetzt in der Ausbildung von Bewertern im Rettungshundewesen bei der Johanniter-Unfall-Hilfe in Linden.

In einem Theorie- und einem Praxisblock unter Leitung von Dr. Anja Rocksin, Bundesfachberaterin für Rettungshunde, lernten 30 Teilnehmer aus ganz Deutschland, wie man erkennt, ob ein Tier für die Ausbildung zum Rettungshund geeignet ist. Mit Anne Kathrin Christen war eine Ausbilderin aus Gießen bei dem Seminar dabei. Bei der durchschnittlichen Zeit, die ein Hund für die Arbeit als Rettungshund geeignet ist, macht es keinen Sinn, einen Hund auszubilden, der nicht von Grund auf dafür geeignet ist.

Manche Rassen kaum geeignet

"Viel müssen Hunde für den Anfang nicht mitbringen", erklärt Rico Merker, Leiter der Rettungshundestaffel Hessen-Mitte. "Der typische Familienhund ist eigentlich geeignet: Die Tiere müssen Interesse zeigen und sehr menschenbezogen sein". Eher hyperaktive Hunderassen wie Huskys sind nicht sonderlich gut geeignet - auch wenn es hier Ausnahmen gibt. "Ein Husky will vor allem eins: rennen, rennen, rennen - damit lässt sich nur schwer arbeiten", erklärt Merker.

Die Ausbildung beginnt schon früh: Ein Hund, muss mindestens 16 Wochen alt sein und sechs bis acht Wochen bei seinem Besitzer leben, um sich an ihn gewöhnt zu haben. Das maximale Alter zum Ausbildungsstart liegt bei rund zwei Jahren. Denn die Ausbildung zum Rettungshund dauert rund zwei bis drei Jahre. Spätestens mit zehn Jahren werden die Tiere dann in den Ruhestand geschickt. "Ein Hund, der zu Beginn seiner Ausbildung zwei Jahre alt ist, kann vielleicht noch fünf Jahre lang als Rettungshund arbeiten - alles was noch kürzer ist, lohnt sich bei dem Aufwand nicht", erklärt Merker.

Beim Seminar werden die Hunde besonders auf ihre Qualifikationen bewertet. Dafür stand der Praxisteil auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr in Lang-Göns an. Hier kamen die Seminarteilnehmer in Kontakt mit den Hunden, die Mitglieder der Johanniter-Unfall-Hilfe zur Verfügung stellten. Wichtig dabei: Keiner der Hunde hatte die entsprechende Ausbildung. Zuerst wurde in einem "Spielkreis" das Verhalten der Vierbeiner auf fremde Menschen überprüft. Dabei wurde zuerst geschaut, ob die Hunde auf ihren Namen reagieren und auch mit fremden Menschen spielen. In Runde zwei und drei ging es mit Leckerlis und Spielzeugen dann schon deutlich leichter.

Im späteren Tagesverlauf wurde bewertet, wie sich die Hunde auf ungewohnten Untergründen wie Draht, Plastikfolie oder Stoff verhielten. Und dann noch kleinere Geschicklichkeitsaufgaben, wie das Laufen über ein Brett oder durch einen Tunnel.

All das wird auf einem Bewertungsbogen festgehalten - und so schließlich ermittelt, ob das Tier für den Rettungshundedienst tauglich ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare