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Mit Beginn der Sommerferien suchen zahlreiche Schüler einen Ferienjob. Wer arbeiten will, hat gute Karten.

Nicht alles ist erlaubt

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Gießen (pm). Regale im Supermarkt einräumen, kellnern, Backwaren verkaufen und vieles mehr gehört zu den klassischen Ferienjobs, die Schülerinnen und Schüler übernehmen. »Aber Achtung: Nicht alles ist erlaubt. Arbeitgeber müssen darauf achten, dass die jungen Menschen weder überfordert noch in Gefahr gebracht werden«, sagt der Gießener Regierungspräsident Christoph Ullrich.

Die Arbeitsschützer des Regierungspräsidiums Gießen klären daher auf, welche Regeln zu beachten sind und wer was machen darf - und was nicht.

Ob ein Schüler eine Ferienarbeit ausüben darf, hängt nicht nur von seinem Alter oder der Dauer der angestrebten Arbeit ab, sondern auch von den Vorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes. »Schon ab dem 13. Geburtstag dürfen Kinder ausnahmsweise einfache Beschäftigungen wie das Austragen von Zeitungen für maximal zwei Stunden täglich ausüben«, erläutert RP-Arbeitsschutzexperte Günter Foth.

Alter spielt oft eine Rolle

Auch bestimmte Tätigkeiten in privaten Haushalten, landwirtschaftlichen Familienbetrieben oder im Zusammenhang mit Veranstaltungen von Kirchen und Vereinen sind erlaubt. Die Tätigkeit muss leicht und für Kinder geeignet sein und darf nur in der Zeit von 8 bis 18 Uhr ausgeübt werden.

Häufig spielt bei den gesetzlichen Regelungen das Alter der Jugendlichen eine Rolle. Bei einem vertraglichen Ferienjob in einem Unternehmen müssen Jugendliche mindestens 15 Jahre alt sein. »Bei jenen, die zwar schon 15 Jahre alt sind, aber die neunte Klasse noch nicht beendet haben, ist die Ferienarbeit auf vier Wochen im Kalenderjahr begrenzt. Wer 15 Jahre alt, aber schon in der zehnten Schulklasse ist oder in sie versetzt wurde, für den gilt diese Begrenzung nicht«, so Foth.

Bei Unfällen versichert

Für alle Jugendlichen über 15 Jahre gilt, dass die Arbeitszeit höchstens acht Stunden am Tag und 40 Stunden in der Woche betragen darf. Sollte es möglich sein, mit Mehrarbeit einen früheren Feierabend zum Beispiel am Freitag herauszuarbeiten, dann sind 8,5 Stunden täglich erlaubt. Gearbeitet werden darf an fünf Tagen in der Woche, im Regelfall aber nicht an Samstagen und Sonntagen. Ausnahmen, beispielsweise in Gaststätten, Krankenhäusern, Bäckereien oder in der Landwirtschaft, sind möglich.

»Die Einhaltung von ausreichenden Pausenzeiten der Jugendlichen ist besonders wichtig«, betont Foth. Ab einer Arbeitszeit von sechs Stunden muss eine ganze Stunde Pause gemacht werden. Nachts, in der Zeit von 20 bis 6 Uhr, ist eine Beschäftigung verboten. Aber auch hier gibt es Ausnahmeregelungen.

Grundsätzlich gilt, dass die Ferienjobber - wie die erwachsenen Arbeitnehmer auch - im Fall von Arbeitsunfällen gesetzlich versichert sind. Nichtsdestotrotz muss der Arbeitgeber natürlich darauf achten, dass die Schüler keiner Gesundheitsgefahr ausgesetzt sind. Er hat alle mit der Beschäftigung verbundenen Gefährdungen zu beurteilen. »Verboten sind insbesondere unfallträchtige Arbeiten oder das Arbeiten mit gefährlichen Maschinen wie Sägen, Pressen oder Fräsen. Bei der Beschäftigung dürfen die Schüler weder Erschütterungen und gesundheitsschädigendem Lärm noch Strahlen oder Giftstoffen ausgesetzt sein«, erläutert der Experte. Die genauen Rahmenbedingungen sollten vor Arbeitsbeginn abgeklärt werden.

Weitere Infos beim RP Gießen

Weitere Informationen zum Jugendarbeitsschutz gibt es auf der Internetseite www.rp-giessen.hessen.de unter »Inneres & Arbeit« - »Arbeitnehmerschutz«. Hier findet sich unter anderem ein Flyer zum Thema Ferienarbeit. Die Arbeitsschutzdezernate bieten darüber hinaus auch noch Beratung an. Ansprechpartner sind Sarah Nina Haustein und Sascha Dietz, Tel. 06 41/3 03-0.

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