Bodentiefe Fenster sollen viel Licht in die Gruppenräume der neuen Kindertagesstätte lassen. Vor Mitte 2022 wird aber wohl kein Kind auf der Jägersplatt betreut. FOTO: PM
+
Bodentiefe Fenster sollen viel Licht in die Gruppenräume der neuen Kindertagesstätte lassen. Vor Mitte 2022 wird aber wohl kein Kind auf der Jägersplatt betreut. FOTO: PM

Neues Konzept für Kita

  • vonChristina Jung
    schließen

Seit zweieinhalb Jahren laufen die konkreten Planungen für den Bau von Nahversorger und Kita in Annerod. Am Dienstag stellte ein neuer Architekt sein Konzept für die Betreuungseinrichtung vor.

Insgesamt 1200 Quadrat- meter verteilt auf zwei Stockwerke. Gruppenräume im Apartment-Stil. Ein Gebäude aus Holz, dessen großzügige Fensterfronten viel Licht ins Innere lassen sollen. Seit Dienstagabend liegen die neuen Planungen für den Kindergartenbau auf der Anneröder Jägersplatt vor. Rund 3,5 Millionen Euro soll das Holzkonstrukt nach Daubringer Vorbild kosten. Anderthalb Jahre wird es dauern, bis es fertig ist. Der Frankfurter Architekt Nicolai Zinkler präsentierte das Vorhaben in der gemeinsamen Sitzung von Sozial- und Bauausschuss. Die Reaktionen: ausgesprochen positiv.

Gebaut wird - im Gegensatz zu den ursprünglichen Plänen - nicht direkt an der Großen-Busecker-Straße, sondern im Anschluss an den Dahlienweg im hinteren Bereich. Dafür wird der Discounter Norma künftig vorne in Kreiselnähe angesiedelt sein. Vorgesehen ist ein Gebäude in Holzrahmenbauweise auf steinernem Sockel, das sich über zwei Geschosse erstreckt, um im Außenbereich mehr Platz für die Kleinen zu gewinnen.

1200 Quadratmeter bieten Raum für vier Gruppen, apartmentähnlich angeordnet, die mit eigenem Aufenthalts-, Sanitär- und Schlafraum ausgestattet sein werden. Ein großzügiger Bewegungsbereich, der über eine Trennwand mit dem Essensraum zu einer großen Fläche verbunden werden kann, dazu eine Anlaufstelle für das geplante Familienzentrum, Personal- und Lagerräume, eine Kreativwerkstatt und einiges mehr.

Viel Platz nicht nur für die Betreuung, sondern auch für die Öffnung der Einrichtung nach außen, wie Jennifer Seidler von der Lebenshilfe, dem künftigen Träger, erklärte. Niederschwellige Angebote wie eine regelmäßige Erziehungsberatung, aber auch das Einbinden von Vereinen, Senioren und vieles mehr sind im Familienzentrum angedacht.

Bodentiefe Fenster lassen viel Licht in die nach Südwesten ausgerichteten Gruppenräume. Alle sind direkt mit dem Außenbereich verbunden, im ersten Stock über den Balkon.

Durch zwei getrennte Zufahrten sollen die Verkehrsströme von Einkaufsmarkt und Betreuungseinrichtung voneinander getrennt, außerdem die Kinder im Eingangsbereich durch eine "Durchlaufsperre" von den fahrenden Autos geschützt werden.

Discounter, Bäcker und zwei Banken

Das Konzept überzeugte. "Ein schönes Modell, sehr schlüssig und ansprechend", lobte Matthias Klose (CDU), und Bernd Voigt (Grüne) meinte: "Alle Fragen, die wir hatten, wurden gut gelöst." Auch aus den anderen Fraktionen kamen positive Stimmen.

Einzig Christdemokrat Andreas Habermehl bedauerte, dass auf dem Dach der Kita keine Fotovoltaikanlagen vorgesehen sind. Technisch sei es möglich, solche zu installieren, erklärte der Architekt, und Bürgermeister Stefan Bechthold sagte zu, das prüfen zu lassen.

Was den Discounter angeht, sind die Planungen ebenfalls weiter vorangeschritten, wie Projektierer Oliver Kropp (Kropp GmbH) und Sven Weißbrodt (Norma) berichteten. Neben dem Einkaufsmarkt - mit 1100 Quadratmetern Verkaufsfläche ein klassischer Discounter - werden in einem kleineren Anbau drei weitere Nutzer untergebracht sein. Ein Bäcker samt Café mit bestuhltem Außenbereich, allerdings nicht aus der Region, zudem die Sparkasse mit einem Servicepunkt und die Volksbank mit einem Beratungsraum, wie Kropp erläuterte. 75 Parkplätze stehen den Kunden zur Verfügung.

Was den Zeitplan angeht, will Kropp zum Jahreswechsel loslegen und rechnet mit einer Eröffnung des Discounters Ende 2021. Auf den neuen Kindergarten werden die Anne- röder wohl noch etwas länger warten müssen. Vor Mitte 2022 ist an eine Betreuung nicht zu denken.

Zum Hintergrund: Im Mai 2018 hatte die Kropp GmbH aus Großenlüder erstmals ihre Pläne für den Bau eines Nahversorgungszentrums samt Kindergarten vorgestellt und überzeugt. Doch ein Dreivierteljahr später wurde entschieden, dass die Gemeinde den Kindergarten in Eigenregie baut. Grund dafür war das Investitionsprogramm Kinderbetreuungsfinanzierung, das Kommunen hohe Förderungen in Aussicht stellt, privaten Investoren aber nicht. Im Fall von Annerod mehr als 1 Million Euro. Die Projekte wurden getrennt, ein neuer Architekt mit der Planung des Kita-Baus beauftragt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare