ti_landeplatzneu_190521_4c
+
Sogar mit eigener Beleuchtung: Der neue Hubschrauberlandeplatz an der Asklepios-Klinik ist noch sicherer als der alte.

Neuer Landeplatz eingeweiht

  • VonChristina Jung
    schließen

Seit Ende April können wieder Hubschrauber an der Licher Asklepios-Klinik landen. Gestern wurde der Platz offiziell eingeweiht. Unterdessen ist der Rechtsstreit um die Kosten angelaufen. Die Stadt hat Zivilklage beim Gießener Landgericht erhoben.

Rund 3600 Kubikmeter Erde galt es abzufahren, 1000 davon in Form von Felsbrocken. 600 Tonnen Mineralgemisch wurden neu eingebracht und eine 15 auf 15 Meter große Fläche gepflastert, drumherum ein fünf Meter breiter Sicherheitssstreifen aus Schotterrasen eingesät. Die Rede ist vom neuen Hubschrauberlandeplatz an der Licher Asklepios-Klinik, der gestern im Rahmen einer kleinen Feierstunde eingeweiht wurde.

Offiziell darf die Public-Interest-Site-Landestelle schon seit dem 28. April angeflogen werden, zwei Landungen hat es seitdem dort gegeben. In einem Fall war ein Covid-Patient aus dem Landkreis Offenbach zur Behandlung nach Lich gebracht worden. Bei der zweiten Landung handelte es sich um die offizielle Inbetriebnahme am Dienstag durch die Johanniter-Unfall-Hilfe.

Notwendig geworden war der Neubau, weil das Luftfahrbundesamt den Betrieb des alten, direkt neben dem neuen Kindergarten gelegenen Platzes trotz Sicherheitskonzept für zu gefährlich hielt. Ein halbes Jahr wurde gebaut. Rund 450 000 Euro kostete die Verlegung. Die neue Landestelle ist nun noch sicherer als die alte, heißt es seitens der Klinik. Zum einen, weil der Anfflug über die Streuobstwiesen und den Parkplatz frei erfolgen kann. Zum anderen aufgrund zusätzlicher Maßnahmen wie einer eigenen Beleuchtung.

»Der Hubschrauberlandeplatz ist von enormer Bedeutung für den Gesundheitsstandort Lich«, sagte Fabian Mäser, Geschäftsführer der Klinik, anlässlich der Eröffnung. Weil die Behandlungsangebote stetig erweitert würden und er die ortsnahe Notfallversorgung der Bevölkerung im Ostkreis auch auf dem Luftweg sichere. »Ein absoluter Benefit«, so der Geschäftsführer des Krankenhauses.

Mit der Landestelle, die neben der am Gießener Unklinikum die einzige in der Region ist, könne das ehemalige Kreiskrankenhaus, das seit über 50 Jahren die medizinische Versorgung in der Region sichere und sich stetig weiterentwickelt habe, seine Bedeutung ausbauen, so Landrätin Anita Schneider, die die »hervorragende Arbeit« an der Licher Klinik herausstellte. Zudem zeigten die Einsatzzahlen der Luftrettung, wie wichtig eine solche Einrichtung sei. Der in der Universitätsstadt stationierte Christoph Gießen wird jährlich zu über 1000 Einsätzen gerufen.

Nicht anwesend war Bürgermeister Dr. Julien Neubert (SPD), der von der noch amtierenden Ersten Stadträtin Barbara Kröger (CDU) bei ihrer vermutlich letzten Amtshandlung vertreten wurde. Vielleicht ein Ausdruck des aktuell angespannten Verhältnisses zwischen der Stadt und ihrem größten Arbeitgeber.

Grund dafür ist eine juristische Auseinandersetzung in der wesentlicher, aber nicht einziger Streitpunkt eben jener, gerade eingeweihter Hubschrauberlandeplatz ist. Denn die ursprünglichen Planungen zum Neubau der Kindertagesstätte - ein 3 Millionen Euro teures Kooperationsprojekt von Klinik und Kommune - sahen dessen Verlegung nicht vor (die GAZ berichtete). Wer die Kosten zu tragen hat, wird jetzt vor dem Gießener Landgericht geklärt.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte sich Anfang März mehrheitlich dafür ausgesprochen, offene Forderungen über den Weg einer zivilrechtlichen Klage einzutreiben. Konkret geht es um 550 000 Euro - 250 000 der ursprünglich seitens der Stadt geforderten 800 000 Euro hat die Klinik bereits gezahlt.

Er bedauere sehr, dass sich die juristische Auseinandersetzung trotz mehrfacher Gespräche nicht habe vermeiden lassen, sagte Fabian Mäser. Aber er sehe deshalb jetzt nicht sorgenvoll in die Zukunft. Die Klageschrift liege der Klinik mittlerweile vor. Eine Erwiderung sei derzeit in Vorbereitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare