Neuer Kita-Alltag

  • vonred Redaktion
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Gießen(pm). Eine Woche nach der eingeschränkten Wiederöffnung der Kindertageseinrichtungen haben die Kommunen im Landkreis sowie der Landkreis als Fachaufsicht eine Zwischenbilanz gezogen und Erfahrungen ausgetauscht. In der Runde der Bürgermeisterdienstversammlung wurden Empfehlungen für den Kita-Alltag unter Corona-Bedingungen und ein gemeinsames Vorgehen in Sachen Kinderbetreuung erörtert.

Das Land Hessen hat mit den kommunalen Spitzenverbänden darüber beraten, wie zügig wieder ein Regelbetrieb beginnen kann - Termin könnte auf Vorschlag der Verbände der Beginn der Sommerferien sein. Bislang sehen sich die Kommunen als Kita-Träger unter anderem mit vielen Fragen zur sogenannten Härtefallregelung des Landes konfrontiert. Diese legt fest, dass seit 2. Juni zusätzlich zur bisherigen Notbetreuung Eltern unter außergewöhnlichen und schwerwiegenden Umständen, die über die derzeit allgemein entstehende Belastung hinausgehen, ihr Kind in die Kita schicken dürfen. Informationsbedarf gibt es aber auch zur Personalorganisation, Raumnutzung und Gruppengrößen, um im Alltag die Infektionsgefahr zu reduzieren.

Keine pauschalen Lösungen

"Die Kommunen sind sich einig, die Kinderbetreuung Schritt für Schritt unter den jeweils vor Ort möglichen Bedingungen zu öffnen", erklärt Landrätin Anita Schneider. "Unser gemeinsames Ziel ist es, dass jedes Kind vor den Sommerferien die Kita besuchen kann. Dabei sind aber in jedem Fall die unterschiedlichen Raum- und Personalkapazitäten zu berücksichtigen." Es gebe keine pauschalen Lösungen. "Wir befinden uns noch immer in einem eingeschränkten Regelbetrieb. Gemeinsam bitten wir die Eltern dafür um Verständnis", so Schneider.

Als Hilfestellung für den Alltag vor Ort stellt der Landkreis den Trägern Informationen zur Verfügung. Ansprechpartner für Eltern rund um die Härtefallregelung sind die Kita-Leitungen und Träger, die die Situation in einer Familie einordnen und bei Bedarf von der Fachaufsicht unterstützt werden.

Der Landkreis trifft auch Empfehlungen für die Gruppengrößen: Für Kinder über drei Jahren gelten 15 als Obergrenze, bei unter drei Jahren 6 bis 8 Kinder, in einem Waldkindergarten 20 bis 25 Kinder. Die Eingewöhnung eines Kindes, das neu in die Kita kommt, ist grundsätzlich möglich. Ob sie aber gerade jetzt oder erst nach den Ferien erfolgen soll oder ob sie eventuell aus pädagogischen Gründen besonders nötig ist, sollte jeweils im Einzelfall entschieden werden.

"Wir sind uns einig, dass Familien mit kleinen Kindern durch die Corona-Pandemie in vielen Fällen eine Riesenbelastung bewältigen müssen", sagt Schneider. Zwar werde alles getan, um das Infektionsrisiko zu minimieren - eine absolute Sicherheit gebe es aber nicht. "Daher ist auch die Eigenverantwortung von Eltern gefragt, wann sie Betreuung wieder in Anspruch nehmen."

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