Die Container sind weg: Der Kindergarten Wetterfeld mit dem neuem Anbau. Für die Großgemeinde wird jetzt ein Gesamtkonzept erstellt. FOTO: TB
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Die Container sind weg: Der Kindergarten Wetterfeld mit dem neuem Anbau. Für die Großgemeinde wird jetzt ein Gesamtkonzept erstellt. FOTO: TB

Neuer Kindergarten in der Altstadt

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Laubach(tb). Auch wenn "nur" 39 Jungen und Mädchen auf der Warteliste stehen, perspektivisch fehlen 113 Plätze in Laubachs Kindergärten. Die bis zu 25 Plätze für über Dreijährige (Ü3) im Naturkindergarten Freienseen lindern die Sache, heilen sie aber nicht. Zumal zwei Drittel des Fehlbedarfs bei der Altersgruppe U3 liegt. Das Stadtparlament hat am Dienstag nun eine "Ausbauplanung Kinderbetreuung" für die Großgemeinde auf den Weg gebracht, um den Fehlbedarf zu decken.

Wie nach der Vereinbarung am Runden Tisch zu erwarten (die GAZ berichtete), beschloss das Plenum zunächst den Zuschuss an den Naturkindergarten. In Ergänzung der Vereinbarung aber präsentierte die Mehrheit aus CDU und FW am Dienstag einen Änderungsantrag. Zur Verärgerung der Opposition: "Für was haben wir uns dann eigentlich getroffen", fragte etwa Hartmut Roeschen (SPD), der den Runden Tisch vorgeschlagen hatte.

Belebung der Altstadt

Zum CDU/FW-Antrag: Konkretisiert wird darin zunächst die Zuschussgewährung. Für die Monate bis Dezember wird die Stadt fürs Erste bis zu 36 000 Euro überweisen, um den geplanten Start im August zu ermöglichen. Bis September soll der Magistrat dann einen auf fünf Jahre ausgelegten Betriebsführungsvertrag aushandeln und dem Parlament zur Beschlussfassung vorlegen.

Darin zu regeln sind etwa ein Mitspracherecht der Stadt bei Aufnahme auswärtiger Kinder ("nicht 15 von 20 Kindern aus Grünberg"), keine Privilegierung bei Bewerbungen (bei Zulassung zur Grundschule Freienseen) oder die Festsetzung der Gebühren, die sich zwecks Einheitlichkeit "möglichst" am OD orientieren sollen. Über eine weitere Defizitübernahme soll mindestens ein Jahr vor Vertragsablauf entschieden werden.

Wesentlich dann diese Ergänzung: Danach wird der Magistrat beauftragt, bis Oktober/November eine "Ausbauplanung Kinderbetreuung" zu erstellen. Dies in Kooperation mit dem Oberhessischen Diakoniezentrum (OD) sowie der Fachaufsicht beim Kreis. Björn Erik Ruppel (CDU) erläuterte namens der Mehrheitsparteien die Prämissen der "Ausbauplanung": So wird ein dauerhafter Fortbestand der OD-Waldgruppe Freienseen von der Belegungssituation abhängig gemacht. Ob des hohen Fehlbedarfs (44 Plätze) soll der Magistrat für Gonterskirchen eine zweigruppige Einrichtung planen. Um den Bedarf in der Kernstadt (allein 25 U3-Plätze) abzudecken, soll statt der Flüchtlingsunterkünfte ein leerstehendes städtisches Gebäude in der Altstadt zur Kita werden. Vorrang soll hier das Haus in der Unteren Langgasse haben, wofür die Stadt mit rund einer halben Million Euro an Fördermitteln des Landes und mit IKEK-Geldern rechnen könne. Sollte dies scheitern, könnten leerstehende Läden ins Auge gefasst werden. Für Ruppel auch ein Beitrag zur Belebung der Altstadt.

Dass man die Gesamtplanung nicht übers Knie brechen sollte, besser einen Beirat mit allen Beteiligten einsetzen sollte, meinte Michael Köhler (Grüne). Am Beschluss des CDU/FW-Antrags durch CDU und FW änderte das freilich nichts.

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