Neuer Alltag für die Kleinen

  • vonLena Karber
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Als Schulleiterin Christiane Hofmann sagt: "Dann lüften wir jetzt mal", springen gleich mehrere Kinder ihrer Klasse auf, um die großen Fenster zu öffnen (Foto). Das Stoßlüften alle 20 Minuten ist für sie längst Alltag geworden, sagt Hofmann - ebenso wie das regelmäßige Händewaschen und das Tragen einer Maske außerhalb des Klassenzimmers. "Die Kinder nehmen das ziemlich gelassen."

In dieser Woche ist es mild, doch an kälteren Tagen haben die Grundschüler Jacken über ihren Stuhllehnen hängen, die sie schnell anziehen können, wenn es zu frisch wird. "Das sollen nicht die Anoraks sein, mit denen sie morgens durch den Regen in die Schule gelaufen sind", sagt Hofmann. Stattdessen habe man die Eltern darum gebeten, dass jedes Kind eine Jacke oder Weste mitbringt, die dauerhaft in der Schule bleibt. "Das klappt total gut", meint die Schulleiterin.

Vorteile einer kleinen Schule

Zumindest strukturell läuft der Alltag an der Salzbödetal-Schule ansonsten weitgehend normal - Busfahrpläne und Unterrichtszeiten mussten nicht verändert werden, da nur 70 Kinder die Grundschule besuchen. Für Hofmann ist das ein klarer Vorteil: "Da wir eine sehr kleine Schule mit nur vier Klassen sind, ist es relativ entspannt", sagt sie. "Bisher können wir uns sehr gut mit den Begebenheiten arrangieren, und die Kinder machen das auch ganz gut mit."

Was Hofmann Sorge bereitet ist jedoch das, was angesichts steigender Infektionszahlen noch kommen könnte: eine Maskenpflicht im Unterricht auch für die Grundschüler. "Ich sehe schon die Notwendigkeit", sagt sie. Gerade kleinere Kinder würden häufig die Abstände nicht einhalten. "Aber das ist für die Kinder eine ganz große Zumutung." Manche Schüler würden um halb acht in die Schule kommen und bis 17 Uhr in der Betreuung bleiben. "Das ist eigentlich kaum zumutbar."

Doch was, wenn weitere Maßnahmen notwendig werden? "Eine komplette Schließung würde ich nicht befürworten", sagt Hofmann, bei Grundschulkindern ergebe ein unbegleitetes Homeschooling wenig Sinn. "Aber ein Wechselmodell oder eine versetzte Beschulung in kleineren Gruppen fände ich gut." lkl/FOTO: LKL

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