Auf ein Neues am 20. Dezember: Björn Erik Ruppel (r.) und Axel Düringer mit ihren Frauen verfolgen gespannt am Handy den Eingang der Resultate.	FOTOS: GECK
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Auf ein Neues am 20. Dezember: Björn Erik Ruppel (r.) und Axel Düringer mit ihren Frauen verfolgen gespannt am Handy den Eingang der Resultate. FOTOS: GECK

Kreis Gießen

Bürgermeisterwahl in Laubach: Neue Unterstützer für Stichwahl gesucht

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Fortsetzung folgt: Wer Laubachs neuer Bürgermeister wird, entscheidet sich erst in der Stichwahl. Björn Erik Ruppel (CDU) und Matthias Meyer (unabhängig) haben sich qualifiziert. Genau 100 Stimmen betrug der Vorsprung Meyers. Auch der hofft nun auf neue Unterstützer.

Laubachs Wähler lieben offenbar die Spannung. Wer neuer Chef im Rathaus wird, steht erst nach einer Verlängerung fest. Aus der ersten Runde am Sonntag sind Matthias Meyer, unterstützt von Grünen und SPD, sowie der Unionspolitiker Björn Erik Ruppel als vorläufige Gewinner hervorgegangen. Für einen Sieg schon in Runde eins hätte es einer Mehrheit von 50 Prozent plus eine Stimme bedurft, was der Neu-Laubacher mit 46 Prozent, der Chef von Laubachs CDU-Fraktion mit 43,7 Prozent verfehlten. Auf Rang drei landete das FDP-Mitglied Florian Kempff mit 10,3 Prozent.

Also kommt es am Vierten Advent zur Stichwahl. So wie 2008. An den Abend, da er als 29-Jähriger gegen den seit 18 Jahren amtierenden Claus Spandau (CDU) gesiegt hatte, sah sich gestern Bürgermeister Peter Klug erinnert. Damals hatte er, unterstützt von FW, Grünen und BfL, in Runde eins mit 40 Prozent noch drei Punkte hinter Spandau gelegen, um diesen in Runde zwei mit 57 Prozent weit hinter sich zu lassen. In absoluten Zahlen bedeutete das ein Plus von rund 1000 Stimmen, während der CDU-Kandidat nur gut 100 zulegte.

Bürgermeisterwahl in Laubach: „Spannend bis zum Schluss“

Vor zwölf Jahren waren auf den dritten Mann, Roland Kauer (SPD), 15 Prozent entfallen. Und wie damals werden sich auch diesmal die Finalisten um dieses Potenzial bemühen - und doch nicht die Nichtwähler vergessen, lag doch die Beteiligung am Sonntag bei nur 56 Prozent.

Abgesehen von der heute anderen Konstellation, betonte Klug ein Weiteres: »Damals herrschte eine ganz andere Grundstimmung. Die Laubacher wollten einen Wechsel.« Auch sein Resümee: »Es bleibt spannend bis zum Schluss.«

Einen Beitrag leistet dafür Kempf. Gegenüber der GAZ machte er klar, dass er - anders als am Vorabend von Meyer erhofft - zunächst keine Empfehlung aussprechen werde. »Zuvor will ich mir anschauen, wer meine Themen aufnimmt, etwa Berufsschule für Laubach.«

Bürgermeisterwahl in Laubach: Lokale Akteure positionieren sich

Am Kurs Neutralität festhalten wollen die Freien Wähler. Nicht anders die Freie Bürgerliste Laubach, wie Sprecher Dirk-Michael Hofmann konstatierte. Der zeigte sich von Meyers Ergebnis überrascht, hatte den Heimvorteil Ruppels stärker eingeschätzt. Sofern der Ex-Banker Bürgermeister werden sollte, werde sich das erst recht auf die Gemeindewahl im März auswirken, meinte der Freienseener, der wieder Spitzenkandidat der FBLL ist. Hofmann: »Die Laubacher wollen einen Strich ziehen unter das, was alles schiefgelaufen ist, wollen einen kompletten Neuanfang. Gut möglich, dass die CDU abgestraft wird.«

Anders die Position der Bürger für Laubach (BfL). Wie der stellvertretende Obmann Hartmut Görges sagte, empfehle man die Wahl Meyers. »Aus bekannten Gründen« - er spielte damit auf den Eklat um den »Flaschenwurf« im Stadtparlament an - könne die BfL nicht für einen CDU-Mann sein.

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