Neue Geldquellen für Hausbesitzer

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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Hungen(us). Die Umgestaltung von Kaiserstraße und Gießener Straße, ein Generationenpark am Grassee, die naturnahe Erhaltung der Hungener Schweiz oder die Sanierung der Rialto-Brücke: Diese und weitere Projekte sollen in den kommenden zehn Jahren in Hungen in Angriff genommen werden. Den Rahmen dafür bildet das Bund-Länder-Programm "Wachstum und nachhaltige Erneuerung". Es ist, gerechnet aufs kommende Jahrzehnt, mit 14,5 Millionen Fördermitteln ausgestattet. Sie könnten nach der Vorstellung der Verantwortlichen 120 Millionen Euro an Investitionen nach sich ziehen. Aber das wird nicht funktionieren, wenn sich nur die öffentliche Hand engagiert. "Von der privaten Bereitschaft zum Mitwir-ken hängt viel ab", hatte Folkert Rüttinger von der Planergruppe ROB schon im Frühjahr angemerkt, als er in der Stadtverordnetenversammlung den Maßnahmenkatalog erläuterte.

Nun geht es an die Detailarbeit. Im Bauausschuss, der am Montag in der Mehrzweckhalle in Inheiden tagte, standen in Gestalt zweier Richtlinien zentrale Bausteine für private Investitionen zur Diskussion. Die eine setzt Anreize für kleinere, klimaverbessernde Maßnahmen, die andere macht die grundlegende Modernisierung alter Gebäudesubstanz möglich. Beide wurden vom Ausschuss einstimmig befürwortet.

Grundstückseigentümer, die beispielsweise mit einer neuen Heizung liebäugeln oder mit gut gedämmten Fenstern und deren Haus im Fördergebiet in der Kernstadt zwischen Gießener und Friedberger Straße liegt, haben künftig die Möglichkeit, Zuschüsse für solche Investitionen zu erhalten. "Maximal 25 Prozent der förderfähigen Kosten und höchstens 19 999 Euro", umschrieb Rüttinger den Rahmen.

Der Fördertopf sei nicht auf Altbauten beschränkt. Die Bauherren müssen allerdings in der Lage sein, die Investitionen aus eigener Kraft zu tätigen, der Zuschuss wird erst nach Abschluss der Maßnahme ausgezahlt. Zudem müssen die Investoren darlegen, ob sie bereits andere Fördermittel erhalten haben. Die werden dann gegebenenfalls von der förderfähigen Summe abgezogen. "Städtebauförderung steht immer am Ende der Förderkette", erläuterte Rüttinger das Prinzip.

Sobald die Stadtverordnetenversammlung die Richtlinie beschlossen hat, will das Stadtumbaumanagement in die Offensive gehen. "Wir werden das Anreizprogramm aktiv bewerben", kündigte Mathias Olschweski von der Gesellschaft für Stadtentwicklung und Städtebau (GSW) an. Auch kostenlose Beratung wird angeboten.

Anreiz für Klimaschutz

Für klimaverbessernde Maßnahmen sollen im Haushalt 2021 40 000 Euro zur Verfügung stehen; etwa je ein Drittel schießen Land und Bund zu. Die Summe würde für fünf Anträge reichen. "Der Bedarf ist höher", sagte Bürgermeister Rainer Wengorsch mit Blick auf die Bausubstanz im Fördergebiet. "Aber Privatleute ins Boot zu holen, ist ein mühseliges Geschäft. Das zeigt die Erfahrung."

Deutlich mehr, nämlich 400 000 Euro, soll 2021 wiederum für Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen zur Verfügung stehen. Für einzelne Projekte können maximal 100 000 Euro gewährt werden. Angesichts solcher Summen sei das Prozedere deutlich komplexer, erläuterte Olschewski. Für die Antragstellung sei eine exakte Planung mitsamt Kosten- und Wirtschaftlichkeitsberechnung erforderlich. "Gefördert wird nur der unrentierliche Teil", sagte er. Grundsätzlich gehe es bei dieser Richtlinie um eine vollumfängliche Gebäudesanierung. "Das Ding wird einmal von links auf rechts gedreht."

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