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Neue Chancen für "Schatzsucher"

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Das Gießener Land ist reich an Schätzen. Versteckte, wenig bekannte Orte, die des Entdeckens doch wert sind. Kleinode, die selbst vielen "Eingeborenen" fremd sind. In den Sommerferien stellen wir auch dieses Jahr einige vor. Die Kreisredaktion lädt somit erneut zur "Schatzsuche" ein. Heute geht’s los! Wo also befindet sich dieser Schatz und wie ist sein Name?

Der "Schatz", den wir zum Auftakt unserer Serie suchen, bietet für jeden etwas. Für Menschen, die sich für die Kulturgeschichte dieses Landstrichs interessieren. Für Naturliebhaber. Für Familien mit Kindern. Es kommt nur darauf an, wie man sich ihm nähert. Eines vorweg: Gut zu Fuß sollte man schon sein, geht es doch oftmals über Stock und Stein. Andererseits: Einer der berühmtesten Schatzsucher hatte nur ein Bein und gelangte doch zum Ziel - na ja, fast.

Würziger Duft nach Harz empfängt den Wanderer, der in der Gemeinde im Nordosten des Kreises zur "Schatzsuche" startet. Imposanten Kiefern, rund 20 Meter hoch und kerngesund, hat er die olfaktorischen Genüsse zu verdanken. Auch ein kleiner Spielplatz findet sich auf dem Areal, das von einem Gebirgsverein gepflegt wird. Ferner eine Rutsche. Und sogar ein kleines Karussell, auf dem - wäre es auf den Straßen unterwegs - ein H-Schild angeschraubt wäre.

Eher was für Erwachsene ist die große Liegebank, auf der sich die herrliche Aussicht genießen lässt. Der Blick geht weit ins Land, bis auf die andere Seite des Tals, dem ein Bach den Namen geliehen hat. Er bleibt gewiss auch an jenem mächtigen, das Weichbild prägenden Gotteshaus hängen.

Kinder wie Erwachsene dürften sich derweil fragen, wie das nahe Waldgebiet zu seinem seltsamen Namen kam: "Katzengehege". Ein Tipp für alle, die es ebenso gern mit Vögeln zu tun haben: Am Einstieg des Weges findet sich eine Info-Tafel, darauf Fotos heimischer Vogelarten, deren Gesang den Wanderer fortan begleiten mag. Auf Schusters Rappen geht es weiter bergauf. Mal durch dichten Tann, meist aber durch Buchenbestände, geflutet von Sonnenlicht. Vorbei an einsamen Lichtungen, um den Waldrand mit einer neuen herrlichen Aussicht zu erreichen - Erholung pur für gestresste Gemüter.

Der Weg ist hier nicht nur das Ziel, sondern ein Schatz. Der erstreckt sich über gut 30 Kilometer, lässt sich aber bequem in mehreren Abschnitten erkunden. In nordwestlicher Richtung, von unserem Ausgangspunkt gesehen, wartet der mit 377 Metern zweithöchste Punkt des Kreises Gießen. Und wiederum grüßt die Frage: Wer hat sich diesen seltsamen Namen "Ampel" für eine Anhöhe einfallen lassen?

Entlang des "Ziegenbergs"

Nach einem weiteren Marsch durch ein geschlossenes Waldgebiet belohnt aufs Neue ein herrlicher Ausblick auf Wiesen, Felder und ein idyllisch gelegenes Dorf. Auch dieses freilich wird links liegen gelassen, um ein Hofgut anzusteuern, dem schon der Dichter Rilke seine Aufwartung machte.

Bald quert man das Tal, vorbei an zwei Ortschaften, entlang des "Ziegenbergs" (der Name ergibt endlich mal Sinn), um wieder einen Höhenweg zu nehmen. Bald führt die Tour erstmals mitten durch eine Siedlung. Seine Bewohner nennen die ob ihrer herausragenden Lange schon mal "Klein-Marburg". Lohnend ist hier eine Rast an der gut 110 Jahre alten und kulturgeschichtlich interessanten Saalkirche, weist sie doch originelle Ausprägungen des Jugendstils auf.

Jetzt sind es nur noch zwei, drei Kilometer bis zum Ausgangspunkt der "Schatzsuche", die dank der neuzeitlichen Wegemarkierungen nicht mal einer Karte aus einer alten Seemannskiste bedarf.

Stationen einer Wandertour, deren Name zugleich Lösungswort des ersten Teils unserer diesjährigen "Schatzsuche" ist.(Fotos: tb)

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