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Auch der Schwalbenschanz steht im August im Fokus.

Neue Mitmachaktion

Naturschutzbund ruft "Insektensommer" aus

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Gießen (pm). Der Kreisverband des Naturschutzbundes (NABU) ruft zur Teilnahme an der Aktion "Insektensommer" auf. Dabei sollen die Teilnehmer eine Stunde lang "Sechsbeiner" zählen.

Der Naturschutzbund engagiert sich seit Jahren für den Schutz der Insekten, denn die kleinen Krabbeltiere sind unverzichtbar für das Ökosystem. Sie tragen zur Vermehrung von Pflanzen sowie zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Studien zeigen, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und die Ausräumung der Landschaft sind laut Mitteilung von Kreisvorstandssprecherin Peggy Schneeweiß nur einige Gründe für den Insektenschwund.

Jetzt sind die Bürger aufgerufen, das Summen und Brummen in ihrer Umgebung zu beobachten. Bundesweit startet der Naturschutzbund eine Meldeaktion für Insekten. Sie läuft vom 2. bis zum 11. August.

Die Insektenwelt ist enorm vielfältig. Es gibt daher pro Meldezeitraum acht "Kernarten", nach denen die Teilnehmer schauen sollten. Im August dreht sich alles um Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs, Ackerhummel, Blaue Holzbiene, Siebenpunkt-Marienkäfer, Streifenwanze, Blaugrüne Mosaiklibelle und Grünes Heupferd. Jedes andere bekannte Insekt kann selbstverständlich auch gemeldet werden.

Der optimale Tag, um viele Insekten zu sehen, ist laut NABU ein sonniger, warmer, trockener und windstiller Tag. Teilnehmer notieren dann alle Insekten, die sie innerhalb einer Stunde an ihrem Beobachtungsplatz entdecken. "Schauen Sie ruhig einmal in die Blumentöpfe, an Bäumen oder unter Steinen nach. Insekten leben und lieben ihren Mikrokosmos, auch wenn Fluginsekten weite Strecken zurücklegen können", fordert Schneeweiß auf.

Eng begrenzter Beobachtungsort

Teilnehmer notieren dann bei mobilen Arten wie Schmetterlingen oder Hummeln von jeder Art die größte gleichzeitig anwesende Zahl von Tieren, die sie beobachtet haben und nicht die Summe der Einzelbeobachtungen im Laufe der Stunde. So sollen Doppelzählungen vermieden werden. Wenn am Anfang der Beobachtungszeit ein Kohlweißling vorbeifliegt und eine halbe Stunde später noch einmal einer, könnte es beide Mal derselbe sein. Gemeldet wird in diesem Fall also nur ein Kohlweißling.

Die Beobachtungen werden als sogenannte Punktmeldungen erfasst. Es sollen also nicht die Insekten eines größeren Gebietes zusammengefasst werden, sondern nur die von einem eng begrenzten Beobachtungsort. Diesen Ort hat der NABU als Umkreis von höchstens zehn Metern festgelegt - das sind immerhin gut 300 Quadratmeter und damit genügend Raum für viele interessante Insektenfunde. Wer Lust und Zeit hat, kann natürlich an mehreren Orten beobachten, muss dann aber jedes Mal eine separate Meldung abgeben.

Die Meldung der beobachteten Insekten ist ausschließlich über die Internetseite www.insektensommer.de oder mit der NABU-Insektenapp möglich.

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