Der Bauausschuss verschafft sich einen Eindruck vom Nouvion-Platz mit dem abgeschalteten Brunnen. FOTO: JWR
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Der Bauausschuss verschafft sich einen Eindruck vom Nouvion-Platz mit dem abgeschalteten Brunnen. FOTO: JWR

Nächster Anlauf für Nouvion-Platz

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Allendorf will die Neugestaltung des Nouvion- Platzes in der Kernstadt nun endlich in Angriff nehmen. Doch noch ist vieles offen - von den Kosten bis zur künftigen Optik.

Der Nouvion-Platz an der Ampelkreuzung in der Allendorfer Ortsmitte soll die Verbundenheit mit der französischen Partnerkommune würdigen - doch schon lange befindet er sich in einem Zustand, der der Völkerfreundschaft kaum würdig ist: Der Brunnen sprudelt seit Jahren nicht mehr, das graue Ensemble aus Bänken und Kübeln ist teils vermoost. Ein eher trauriger Anblick, der kaum zum Verweilen einlädt.

Um das zu ändern, hatte die Stadt einen Ideenwettbewerb für die Umgestaltung des Platzes ausgelobt. Sechs Vorschläge wurden eingereicht, Ideen aus drei davon sollten in die Neugestaltung einfließen. Das war der Stand vor zwei Jahren, doch der Nouvion-Platz fristet noch immer ein trauriges Dasein.

Nun soll das Thema endlich vorangetrieben werden. Bei einem Ortstermin hat sich der Bauauschuss am Freitag einen Eindruck vor Ort gemacht und das weitere Vorgehen abgesteckt. Dieter Hilbert (Bauamt) brachte die Kommunalpolitiker auf den aktuellen Stand: Um den Umbau mit Mitteln des EU-Förderprogramms "Leader" zu finanzieren, müsste die Umsetzung bis November abgeschlossen werden, das sei "so gut wie unmöglich". Ob auch im kommenden Jahr das Programm genutzt werden könne, sei unklar. Die Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde werde einige Zeit brauchen, zunächst sei aber zumindest eine Grobplanung erforderlich. Hilbert schätzt die Bruttokosten auf knapp 40 000 Euro, bei Förderung sei die Hälfte als kommunaler Eigenanteil realistisch.

Problematisch ist laut Bürgermeister Thomas Benz, dass im Bereich des Platzes Leitungen für Ampelschaltung, Strom und Brunnen verlaufen. Allein für den Abriss müsse man wohl ein paar Tausend Euro einplanen. "Auch wenn der Bauhof das macht, würden Kosten entstehen, mit drei Samstagen ist das nicht getan", sagte Benz.

Abschaltung wegen Waschmittel

Diskutiert wurde auch, wie weit die Umgestaltung gehen soll: Alles komplett neu oder "nur" eine Instandsetzung des Brunnens samt neuer Bepflanzung und vielleicht einem Fahnenmast? Ulrich Krieb (CDU) meinte, der Brunnen sei "ein ständiges Ärgernis" gewesen, "ständig hat da jemand Waschmittel reingekippt". Der Anblick des schäumenden Brunnens dürfte vielen noch in Erinnerung sein. Die Reinigung war laut Krieb "immer ein Riesenaufwand", daher sei der Brunnen vor einigen Jahren abgestellt worden. "Das Ding wieder herzurichten, sehe ich mit gemischten Gefühlen", sagte Krieb, zumal er die Architektur für "überholt" halte.

Brunhilde Trenz (BfA/FDP) erinnerte daran, dass die Gestaltungselemete des Platzes einst aufeinander abgestimmt worden seien. Der Umbau sei womöglich auch eine Frage der Denkmalpflege. Auch die künftige Verkehrsplanung könnte den Umbau einschränken: Wenn die Straßenkreuzung in einigen Jahren erneuert werde, könnten sich die Ausmaße des Nouvion-Platzes womöglich ändern, hieß es beim Ortstermin. Das Thema soll nun bei der nächsten Verkehrsschau angesprochen werden.

Einen formalen Beschluss fasste der Bauausschuss nicht. Das weitere Vorgehen: Die Ideen aus dem Wettbewerb sollen in einen detaillierteren Plan übersetzt, mögliche Kostenvarianten aufgestellt werden. Mit dieser Planung könne die Stadt dann an die Denkmalschutzbehörde herantreten. Ob und wann der Nouvion-Platz ein echtes Schmuckstück wird, ist weiter völlig offen.

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