Noch sind viele Ausbildungsplätze offen. SYMBOLFOTO: DPA
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Noch sind viele Ausbildungsplätze offen. SYMBOLFOTO: DPA

Nachwuchs händeringend gesucht

  • vonred Redaktion
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Gießen(pm), Bauboom trifft auf Nachwuchsmangel: Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahrs sind viele Baufirmen im Kreis vergeblich auf der Suche nach Azubis. Darauf weist die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) unter Berufung auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur hin.

Demnach blieben im Juli 46 Prozent aller Ausbildungsstellen auf dem Bau unbesetzt. Von 39 ausgeschriebenen Plätzen im Landkreis waren noch 18 zu vergeben.

Doris Hammes von der IG BAU Mittelhessen spricht von einem "Alarmsignal". Wenn es den Firmen nicht gelinge, Schulabgänger für die dringend gebrauchte Arbeit als Maurer, Straßenbauer oder Baugeräteführer zu finden, gerate das Fundament der ganzen Branche ins Wanken. "Aber nur wenn die Arbeitsbedingungen auf Baustellen attraktiver werden, lässt sich das Nachwuchsproblem lösen."

In der laufenden Tarifrunde fordert die IG Bau deshalb ein monatliches Einkommensplus von 100 Euro für alle Auszubildenden. Außerdem soll die lange, meist unbezahlte Fahrerei zur Baustelle entschädigt werden, um die Arbeit attraktiv zu halten - auch gegenüber anderen Branchen, in denen weit weniger gependelt werden muss. "Wer sich bei der Berufswahl für den Bau entscheidet, der muss auch Familie, Freizeit und Arbeit unter einen Hut bringen können. Aber das klappt für die meisten Berufseinsteiger nur sehr selten", sagt Hammes.

Hohe Quote an Abbrechern

Diese Unzufriedenheit spiegele sich auch in einer hohen Abbrecherquote wider. Laut aktuellem Ausbildungs- und Fachkräftereport der Sozialkassen des Baugewerbes bringt jeder dritte Azubi die Ausbildung nicht zu Ende.

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