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In den letzten Zügen: Der Neubau des Harbacher Dorfgemeinschaftshauses (Bildmitte) soll noch im Sommer eingeweiht werden.

Nachschlag für »Unvorhersehbares«

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Grünberg (tb). Die gute Nachricht zuerst: Das neue Bürgerhaus Harbach wird nach nur gut einem Jahr Bauzeit im Sommer fertig werden. Die Aufträge für die Außenanlagen seien jetzt raus, nur der Innenausbau brauche noch etwas, meinte Bürgermeister Frank Ide auf Nachfrage.

Die schlechte Nachricht: Das Projekt wird nochmals teurer Im Vergleich zu 2018 aber fällt der Nachschlag geradezu marginal aus. Gemäß jüngsten Berechnungen erhöhen sich die Kosten um 100 000 Euro auf jetzt 3,6 Millionen Euro.

Nach Ides Worten sind Mehrausgaben aufgelaufen, die zum Zeitpunkt der Kostenberechnung im September 2019 »nicht bekannt oder nicht zu erwarten waren.« Wie er bei der konstituierenden Sitzung des Stadtparlaments erklärte, resultierten die vor allem aus der Umlegung des Wasseranschlusses und der Erneuerung des Kanals zum Sportheim (18 500 Euro), aus Erschließungsmaßnahmen für den Stromanschluss (14 626 Euro brutto), aber auch aus der Entsorgung asbestbelasteter Baustoffe, die unterm Fundament des alten »Hasenheims« gefunden wurden (12 294 Euro).

1,5 Millionen gegen Bauchschmerzen

Darüber hinaus seien bei einzelnen Gewerken nicht vorhersehbare Mehrleistungen angefallen, die man aber teilweise durch Einsparungen habe auffangen können. In der Summe wird die vor zwei Jahren vom Parlament beschlossene Kostenobergrenze von 3,5 Millionen Euro somit um 57 750 Euro überschritten.

Trotz der aktuell sehr geringen Überschreitung von 1,3 Prozent, so weiter Ide, seien weitere Nachträge für unvorhergesehene Arbeiten »nicht ganz auszuschließen.« Um über etwas Reserve zu verfügen, daher der Antrag des Magistrats, das Budget um 100 000 auf 3,6 Millionen Euro brutto zu erhöhen.

Zur Finanzierung schlug die städtische Exekutive vor, den Rest von 171 000 Euro aus der »Hessenkasse« zu nutzen. Die Netto-Mehrbelastung des Nachtragshaushalts 2021 beschränkte sich dann auf 10 000 Euro (obligatorischer Eigenanteil von zehn Prozent). Die Begründung sei »etwas seltsam«, meinte Jürgen Trüller (FDP) in der Jungfernsitzung des neuen Plenums, die Mehrkosten etwa für den Abwasserkanal nicht nachvollziehbar. Klaus-Peter Kreuder (Grüne) und Ulrich Ebenhöh (SPD) monierten, dass der Antrag nicht zuvor im Bauausschuss behandelt wurde. »Gut«, meinte darauf Ide mit Hinweis auf den Sitzungskalender, »dann aber wären wir fünf Wochen später fertig.«

Architekt Klaus Wagner versicherte, es handele sich um nicht vermeidbare Verteuerungen, erinnerte auch daran, dass man bei der Bühne Geld eingespart habe. Sein Fazit: »1,5 Prozent über der Obergrenze sind doch akzeptabel.« So sah es auch das Plenum und segnete die Vorlage einstimmig ab.

Zur Erinnerung: 2017, auf Grundlage eines Architektenwettbewerbs, waren für den Neubau 2,0 Millionen Euro veranschlagt worden. Genauere Kostenberechnungen des Architekten ergaben zwei Jahre später dann eine Summe von über 3,6 Millionen Euro. Mit Bauchschmerzen zwar, beschloss das Stadtparlament doch die Mehrkosten, allerdings zugleich eine zu Einsparungen zwingende Obergrenze von 3,5 Millionen Euro.

Was die Bauchschmerzen linderte: Grünberg hatte eine Fördersumme von 1,5 Millionen Euro aus der 2018 geschaffenen »Hessenkasse« beantragt - mit Erfolg.

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