In Zeiten von Corona werden Schulbus-Kapazitäten schnell zum Problem. Da soll jetzt mit weiteren Bussen nachgesteuert werden - auch mit Geld vom Land Hessen. SYMBOLFOTO: DPA
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In Zeiten von Corona werden Schulbus-Kapazitäten schnell zum Problem. Da soll jetzt mit weiteren Bussen nachgesteuert werden - auch mit Geld vom Land Hessen. SYMBOLFOTO: DPA

Nachbessern bei Schulbussen

  • Rüdiger Soßdorf
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Nach den Beschwerden von Eltern und Schülern über zu volle Schulbusse will der Landkreis Gießen nachjustieren. Eine Idee: Mehr Bus-Kapazitäten bereitzustellen. Eine andere: Den Unterrichtsbeginn zeitlich zu entzerren. Beides wird geprüft.

Gerade zu den weiterführenden Gesamtschulen in Wettenberg, Lollar, Allendorf, Grünberg, Laubach, Buseck, Lich, Linden, Hungen und Pohlheim rollen täglich Dutzende Busse, die die Schüler bringen und holen. In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Klagen, dass einige zu voll seien, dass es schwierig sei, Abstandsregeln einzuhalten. Nun sinnt Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl (Grüne) auf Abhilfe.

Sie prüft einen coronabedingten Mehreinsatz von Schulbussen. Das kostet freilich. Geld soll freigemacht werden, indem der eigentlich für dieses Jahr geplante Abriss der in den 1960er Jahren gebauten Grundschule Krofdorf-Gleiberg am Kastanienweg ins nächste Jahr verschoben wird. In den Herbstferien bekomme man das nicht mehr hin, und für die Weihnachtferien gewinne man wohl auch kein Abbruch-Unternehmen, signalisierte sie im Schulausschuss des Kreistages. Neues Abrissdatum also: Die Osterferien 2021. Die so gewonnene Fläche soll dem Freigelände der Schule zugeschlagen werden. Denkbar ist zudem eine Verbindung mit einem benachbarten kommunalen Grundstück. Die Beratungen ziehen sich seit Jahren hin.

Rund 300 000 Euro, die für den Abriss des Schulhauses aus den 1960ern in diesem Jahr eingeplant waren, könnten so freigemacht werden. Zudem wolle das Land Hessen zusätzliche Mittel für Schülerbeförderung zur Verfügung stellen, sagte die Erste Kreisbeigeordnete. Wie viel das sein werde, ist laut Schmahl noch unbekannt. Geprüft wird zudem, die Schulanfangszeiten zu entzerren - jedenfalls überall dort, wo zu volle Busse beklagt werden. Doch das scheint noch schwieriger umzusetzen. Einige angefragte Schulleitungen haben schon signalisiert, es gehe nicht mal eben so einfach, Schulzeiten neu zu strukturieren. Man sehe sich außerstande, kurzfristig Stundenpläne umzuwerfen. Das Erstellen eines Unterrichtsplanes für eine große Schule dauere rund eine Woche, gab Schmahl als Information weiter.

Weiteres Hindernis: Die jetzt schon vorhandenen Busse einfach früher oder später fahren zu lassen, ist nicht so einfach. Denn diese sind vielfach nach dem morgendlichen Schülertransport zu den Schulen anderweitig gebunden: Etwa für Fahrten zum Schulschwimmen oder zum Schulsport. Schon gar nicht geht es, Buspläne zu ändern, die mit Bahnverbindungen vertaktet sind. Auch Regionalbuslinien lassen sich laut Schmahl nicht einfach umstellen.

Noch in dieser Woche will die Schuldezernentin die Problematik mit dem Leiter des Staatlichen Schulamts in Gießen erörtern.

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