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Unwetter

Nach Unwetter in Langgöns: So groß ist der Schaden wirklich

Am Sonntag hat sich eine Schlammlawine ihren Weg durch Dornholzhausen gebahnt. Vor allem zwei Häuser waren betroffen. Doch das Dorf machte es zu einer kollektiven Angelegenheit.

Aus Julia Fuchs’ Worten klingt vor allem eines: Dankbarkeit. Dafür, dass so viele kamen, um zu helfen. Menschen aus ganz Dornholzhausen. "Es waren sogar einige da, die ich noch nie gesehen habe", erzählt sie.

Am Sonntagnachmittag war eine Unwetterfront über den Landkreis gezogen, vielerorts brachte sie starke Regenfälle mit sich. Der Langgönser Ortsteil Dornholzhausen aber kam nicht nur mit Regen davon. Eine Schlammlawine bahnte sich ihren Weg durch die Wilhelm- und die Schulstraße. Losgelöst hatte sie sich auf einem Feld oberhalb der Schulstraße - ebenjener Straße, in der auch das Haus der Familie Fuchs liegt. Es ist eines von zweien, das besonders heftig in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Die Schlammmassen flossen einmal komplett durch das Erdgeschoss der Familie Fuchs, auch die verschlossene Wohnungstür konnte sie nicht aufhalten. "Das ging alles so schnell, wir haben es immer noch nicht so richtig realisiert", erzählt Julia Fuchs gestern Mittag. Innerhalb weniger Minuten stand die braune, zähe Brühe in ihren Zimmern. Wie groß der angerichtete Schaden ist? Fuchs wiegt den Kopf hin und her, sie kann den Schaden noch nicht genau beziffern. Aber viele Möbel, Bücher und Geräte sind hinüber, das ist unübersehbar.

Am Sonntag war zuerst die Feuerwehr angerückt. 49 Einsatzkräfte aus Dornholzhausen, Lang-Göns und Niederkleen schufteten über sieben Stunden, bis weit in die Nacht hinein. Rund 100 Kubikmeter Schlamm wurden mit Baggern weggebracht. Auch etliche Keller standen unter Wasser.

Am Sonntagabend bahnen sich die Schlammmassen ihren Weg. Doch die betroffenen Familien sind nicht alleine. Neben der Feuerwehr helfen auch zahlreiche Dorfbewohner.

Nun ist der Einsatz der Feuerwehr das eine, das Besondere aber, sagt Fuchs, war die Hilfsbereitschaft von Nachbarn, Freunden, Familienmitgliedern und anderen Dorfbewohnern. Schon in der Nacht kamen die ersten und halfen. Und am Montagmorgen ging es direkt weiter.

"Diese Hilfsbereitschaft war wirklich unglaublich", sagt Fuchs. "Und dafür wollen wir allen ein ganz herzliches Dankeschön sagen." Die Folgen der Schlammlawine aber werden die Familie noch eine ganze Weile beschäftigen.

Auch in der Nachbarschaft sind am Montag die Spuren der Vorabendereignisse noch deutlich zu sehen. Zwar sind die gröbsten Arbeiten bereits erledigt, aber auf vielen Grundstücken hieven die Menschen noch Schlammreste mit Schubkarren weg.

Die Kanalisation war ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden. Im betroffenen Bereich war sie verstopft und musste gereinigt werden, wie Hans Noormann, Langgöns’ Erster Beigeordneter, gegenüber dieser Zeitung erklärt. Mit solchen Schlammmassen habe einfach niemand gerechnet, sagt er. Zwar gibt es in Dornholzhausen seit einigen Jahren ein Rückhaltebecken für den Kleebach, doch die Schlammlawine habe nichts mit Hochwasser im Bach zu tun.

"In der Gemeinde geht man davon aus, dass es sich um ›ein außergewöhnliches Ereignis‹ handele, das durch die Gesamtumstände bedingt wurde", sagt Noormann. Was er meint: Die lange Trockenheit, der starke Regen, dazu das frisch bestellte Feld. Das alles führte dazu, dass sich die Lawine loslöste.

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