NABU kritisiert Futtereimeraktion

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Gießen(pm). Die Aktion "Fut-tereimer für Rebhühner" stößt auf Unverständnis des Kreisverbands Gießen des Naturschutzbundes (NABU). In einer Pressemitteilung kritisiert der Verband unter anderem die Finanzierung durch die Ausgleichsabgabe.

Von der Unteren Naturschutzbehörde wurden unlängst aus Naturschutzgeldern Futtereimer und Futter für Rebhühner beschafft, die dem neu gegründeten Rebhuhn-Hegering zur Verfügung gestellt wurden. "Futtereimer mit speziell angemachtem Rebhuhnfutter sind auf keinen Fall ein Ersatz für die benötigten Flächen", so die Meinung des NABU-Kreisverbands. Die Fütterung würde nicht dazu beitragen, den Nahrungsbedarf des Nachwuchses zu decken. In der intensiv gespritzten Ackerlandschaft fehle es an den so dringend benötigten Insekten.

Hinzu komme, dass Futtereimer unter anderem den Tisch für Ratten und Mäuse decken und auch die Feinde der Rebhühner, zum Beispiel Füchse, anlockten. Eine Studie der Uni Göttingen belege, dass eine Unterstützung durch Futter den Bestand bei Rebhühnern nicht stützte. Entscheidend sei vielmehr das Lebensraummanagement.

Nicht nur fachlich wird die Maßnahme kritisiert, sondern insbesondere die Finanzierung gefällt den Naturschutzbund nicht: "Aus Naturschutzmitteln wurden Plastikeimer bezahlt, die in die Territorien der Rebhühner gebracht werden. Hierfür hätte man stattdessen auch Mittel aus der Jagdab- gabe heranziehen können."

Lob für Feldflurprojekt

Positiv äußerte sich der Verband zum Feldflurprojekt Gießen-Süd: Bei Lützellinden etwa habe die Anlage von circa 10 Hektar Brachflächen eine sehr gute Wirkung. "Dort haben sich die Rebhuhnbestände innerhalb von zwei Jahren fast verdoppelt." Das Feldflurprojekt sieht der NABU als sinnvollen Einsatz von Ausgleichsgeldern, da hier die Lebensraumbedingungen für Rebhühner und andere Tiere der Feldflur verbessert würden.

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