NABU in Sorge wegen Gewerbegebieten

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Gießen (pm). Der NABU Kreisverband warnt mit Blick auf die Planung von Gewerbegebieten vor einer dramatischen Verschärfung der Verkehrssituation.

In Anbetracht des demnächst vollendeten Logistikzentrums »Langsdorfer Höhe« bei Lich, weiteren Planungen z.B. bei Garbenteich, Grünberg/Lumda und im Raum Hungen/Nidda/Berstadt sei von deutlich wachsenden Verkehrsströmen und einer Zunahme an Unfällen auszugehen, so NABU-Sprecherin Peggy Schneeweiß. Bei Hungen ist ein größeres Gewerbegebiet südlich Inheiden geplant, ein weiteres bei Berstadt (»Rewe«), ein drittes bei Grund-Schwalheim und ein viertes interkommunales Gebiet bei Nidda-Harb. Dadurch gebe es Verkehrsströme über die Anschlussstellen Wölfersheim und Münzenberg an der A 45, Fernwald an der A 5 sowie über den Gießener Ring (Abfahrt Licher Straße) - mit Belastungen der Anliegergemeinden. Bezüglich der »Langsdorfer Höhe« sei tagsüber mit einem zusätzlichen Lkw alle zwei Minuten zu rechnen. Damit werde auf der B457 nur noch ein sehr langsames Fahren möglich sein.

Appell an die Politik

In Folge befürchtet der Naturschutzbund die Forderung nach einem Ausbau der Bundesstraßen. Schneeweiß: »Nach Ortsumgehungen für die zukünftig deutlich stärker belasteten Dörfer Utphe und Inheiden zulasten weiterer wertvoller Äcker und Flächen des Vogelschutzgebietes Wetterau wurde schon gerufen«. Komme es zu Unfällen und Staus, würde sich der Verkehr durch die umliegenden Ortschaften wälzen, beispielsweise durch Birklar, Muschenheim und Bettenhausen. Aktuell könne man beobachten, wie sich ausweichender Lkw-Verkehr auswirkt: Im Zuge einer Sperrung am Reiskirchener Dreieck nehmen momentan viele Lkw den Weg durch das Lumdatal, und das trotz der teils sehr engen Straßen wie in Treis. Zu Lärm und Gestank kämen täglich gefährliche Situationen hinzu, da diese Straßen für einen solchen Verkehr nicht ausgelegt sind.

Der NABU-Kreisverband appelliert an die Kommunalpolitik, die Gewerbegebietsplanungen zu überdenken und den Flächenverbrauch in der Region zu stoppen. Leider fehle es an einer »ordnenden Hand« bezüglich der Planungen. Die Regionalversammlung und das Regierungspräsidium Gießen hätten diese Aufgabe bisher nicht ausreichend wahrgenommen.

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