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Motor-Sound statt Maßkrüge

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Seit über 20 Jahren gibt es in Beuern keine Kirmes mehr. Dafür findet am kommenden Sonntag bereits das zweite Corvette-Treffen des Geselligkeitsvereins Burschenschaft Edelweiß statt. Vorstandmitglied Werner Freytag hatte die Idee - für die Zukunft hat er große Pläne.

Der Motor der schwarzen Corvette C4 dröhnt. Werner Freytag tritt im Leerlauf auf das Gaspedal: "Hört sich gut an, oder?" Der Beuerner grinst schelmisch und tritt noch einmal durch: "Einfach schön." 306 PS stecken unter der Haube des schwarzen Sportwagens. Beim Klang des V8-Motors sind die für den 68-Jährigen jedoch fast Nebensache. "Ich denke, etwa zehn Prozent der Corvette-Fahrer reizen ihre PS tatsächlich aus", sagt er. "Der Rest steht einfach nur auf den Sound. Corvette-Fahrer sind Genussfahrer, keine Raser." Gleichgesinnte findet Freytag im Ort - drei weitere Corvette-Fahrer gebe es dort. Daraus entstand eine Idee, die am kommenden Wochenende bereits das zweite Mal umgesetzt wird.

Oldtimer-Treffen gibt es überall. "Das ist doch schon fast abgedroschen", sagt Freytag. Eine Nische musste her, und mit vier Corvette-Fahrern in Beuern und weiteren in Großen-Buseck war ziemlich schnell klar, welche. Das Treffen am kommenden Sonntag soll aber nicht nur Corvette-Liebhaber anlocken. Der Geselligkeitsverein Burschenschaft Edelweiß, dessen Vorstandsmitglied Freytag ist, will den Besuchern wieder etwas bieten.

Seit über 20 Jahren gibt es im Ort keine Kirmes mehr - davor war der Verein jahrelang der Ausrichter. "Die Besucher blieben aus. Es hat keinen mehr interessiert", erzählt Freytag. "Es hat sich nicht mehr gelohnt, und dann ist es einfach eingeschlafen."

Das erste Corvette-Treffen im vergangenen Jahr kam gut an. "Wir wurden noch am selben Tag gefragt, ob wir es wiederholen", sagt der 68-Jährige und lacht. Etwa 50 Wagen kamen damals, auch ein Chevrolet-Pick-up hatte sich unter die Corvettes gemogelt. In diesem Jahr wird es darum eine kleine Optimierung geben: Statt auf dem Festplatz findet die Veranstaltung ab 10 Uhr auf dem Parkplatz der Willy-Czech-Halle statt. "Der Festplatz war uns doch etwas zu eng", sagt Freytag. Auf dem neuen Gelände sei jetzt auch eine räumliche Trennung von Corvettes und anderen Oldtimern möglich. "Wir wollen niemanden ausschließen."

40 Fahrer hätten sich bereits über das "Corvette-Forum Deutschland" angemeldet. Freytag ist sich aber sicher, dass viele weitere noch spontan dazukommen werden. "Auch ich fahre meinen Wagen nur bei gutem Wetter aus", erklärt er. Noch mehr als auf die verschiedenen C-Modelle freut er sich aber auf die Forumsmitglieder. "Man kennt die Leute ja irgendwie, aber hat sie trotzdem nie gesehen", sagt er "und das Schöne bei diesem Treffen ist, dass man sich endlich richtig kennenlernt."

Die Fahrer kämen mehr wegen des Austauschs statt der Autos. Die wiederum seien für die Gäste interessant. Und während die Fahrer fachsimpeln, ist zwischen Würstchen, Steak und Kuchen Zeit, die Sportwagen ausgiebig zu betrachten. Vielleicht lässt sich der eine oder andere mit dem Corvette-Fieber anstecken - so war es einst auch bei Freytag.

"Ich hatte schon immer eine Affinität zu alten, schönen und schnellen Autos", sagt der Beuerner und erzählt von seinem ersten Traumauto - einem BMW allerdings. Auf die Corvette sei er erst später aufmerksam geworden: "Sie war lange in Verruf", sagt Freytag, sie galt als "Zuhälter-Auto". Auf verschiedenen Messen entdeckte er dann schließlich doch die Liebe zum amerikanischen Sportwagen. Und als im Ort jemand eine C3 kaufte, war es um ihn geschehen. "Ich musste dann nur noch meine Frau überzeugen", sagt er mit einem Augenzwinkern und lacht. Das war vor genau 20 Jahren. Heute fahren die Freytags oft zusammen weg, auch in den Urlaub bis nach Spanien. Viel hat im Cabrio allerdings nicht Platz. "Maximal zwei Sporttaschen", bestätigt Freytag und zeigt in den kleinen Kofferraum. "Es ist eben ein Auto rein für den Spaß."

Noch drei Jahre, dann gehört Freytags C4 - Baujahr 1992 - zu den Oldtimern. In drei Jahren hat vielleicht auch das Treffen an Fahrt aufgenommen. Livemusik, Show-Einlagen, Besucheraktivitäten: Freytag könnte sich vieles vorstellen. Er hat große Pläne und sieht der Zukunft optimistisch entgegen: "Wir fangen gerade erst an."

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