Momente der Begegnung und des Erinnerns

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Lich (las). Seit mehr als zwei Jahrzehnten schon gehört die Reihe "9. November 1938" zum politisch-kulturellen Bild in Lich. Auch in diesem Jahr wird mit ganz unterschiedlichen Veranstaltungen den Opfern der Reichspogromnacht gedacht. Es geht um eine Erinnerungskultur mit Momenten der Begegnung, der Aufklärung, aber auch des Erzählens, Feierns und musikalischen Reisens.

Insgesamt 13 Veranstaltungen haben die zahlreichen Organisatoren auf die Beine gestellt. Von Samstag, 2. November, bis Donnerstag, 19. Dezember, sind Konzerte. Vorträge, Lesungen, Filme, Workshops, aber auch ein Abend der Begegnung, die Mahnwache am Samstag, 9. November, und die Stolpersteinverlegung am Donnerstag, 19. Dezember, sind dem Thema gewidmet.

Zum Auftakt am Samstag, 2. November, gibt das Kapellchen Schellack ein Konzert im Kulturzentrum Bezalel-Synagoge. Kapellchen Schellack - das sind Chansonnette Ev Machui und der Pianist Axel Kaapk. Ihr Programm "Eine kleine Sehnsucht" ist Friedrich Hollaender, dem Komponisten des "Blauen Engels", gewidmet, der 1933 wegen seines jüdischen Glaubens Deutschland verließ.

Mahnwache am Denkmal

Der 9. November steht ganz im Zeichen der Mahnwache am Denkmal vor der Marienstiftskirche. Zuvor wird in der Kirche der Leiden der Menschen unter dem Holocaust gedacht. Bei der anschließenden Mahnwache wird an die jüdischen Familien erinnert, die einst aus Lich fliehen mussten oder deportiert wurden.

Musikalischer Höhepunkt der Veranstaltungsreihe ist diesmal das Konzert des internationalen Ensembles Halva am Samstag, 16. November. Das Ensemble steht für traditionelle Klezmermusik, das dennoch die Grenzen des Genres auslotet.

Oliver Steller spricht und singt am Donnerstag, 21. November, Texte von Kurt Tucholsky. Steller hat sich als Sänger, Gitarrist und Rezitator einen Namen gemacht, wird gar als "Stimme der deutschen Lyrik" betitelt. Im Kulturzentrum Bezalel-Synagoge zeichnet er das Leben des Schriftstellers mit Hilfe von jazz- und bluesbeeinflussten Kompositionen nach.

Beim Erinnerungsgang am Sonntag, 17. November, führt Doris Nusko durch Lich und macht auf Zeichen ehemaligen jüdischen Lebens in der Stadt aufmerksam.

Im Zeichen der Begegnung steht der 18. Dezember. Die Nachfahren von einst in Lich wohnenden jüdischen Menschen treffen an jenem Mittwoch auf Schüler der Dietrich-Bonhoeffer-Schule und jetzige Licher Bürger. Gemeinsam geht es auf Spurensuche.

Am Donnerstag, 19. Dezember, verlegt der Künstler Gunter Demnig vor vier Häusern in der Oberstadt Stolpersteine. Auch an dieser Zeremonie, die an 14 jüdische Menschen erinnern soll, die einst in Lich lebten, werden Nachfahren teilnehmen.

Mehr Informationen zur Veranstaltungsreihe unter unter www.kuenstlich-ev.de.

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