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Die Kindertagesstätte "Fuchsbau" in Fellingshausen wurde 2012 erweitert und saniert. Doch nun stehen erneut Erweiterungen an - oder ein Neubau. ARCHIV-FOTO: SO

Millionen-Investitionen nötig

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Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kleinkinder, insbesondere unter drei Jahren, ist nach wie vor hoch. In Biebertal muss investiert werden: in die "Sternschnuppe" in Rodheim. In Königsberg. Und vor allem in Fellingshausen. Da wird ein Neubau durch die Kommune geprüft.

Wir sind gut dabei. Alle Kinder über drei Jahre sind versorgt. Aber für Kinder unter drei sind noch Plätze zu schaffen." Anke Stahl, Fachfrau für Betreuungsfragen im Biebertaler Rathaus, legte am Dienstag die aktuellen Zahlen vor, die der Sozialausschuss zur Kenntnis nahm. In der Konsequenz werden sich in den kommenden Monaten weitere Gremien damit zu befassen haben. Konkret der Bauausschuss und der Finanzausschuss.,

Denn es ist absehbar, dass die Biebertaler Geld in die Hand nehmen müssen, um zu bauen und damit die Betreuungsangebo te zu erweitern. Viel Geld. Wie viel, das hängt von den Gesprächen mit den Partnern ab. Aber eine Millionensumme ist nicht unrealistisch. Und dies, obwohl erst vor wenigen Jahren die Kindertagesstätten in Krumbach, Bieber und Vetzberg für viel Geld saniert wurden. Auch in Fellingshausen liegt die letzte Überarbeitung erst acht Jahre zurück.

21 Kinder unter drei Jahre haben derzeit in Biebertal keinen Betreuungsplatz in einer Kita. Eine superschnelle Abhilfe ist nicht in Sicht. Denn das geplante Erweitern der Rodheimer "Sternschnuppe" in der alten Schule an der Gießener Straße, seit Jahresbeginn in kommunaler Trägerschaft, lässt im Moment noch auf sich warten: Vor eine zusätzliche Gruppe hat die Aufsicht Brandschutzauflagen gesetzt, die zu erfüllen sind. Dafür muss umgebaut werden. Neue Decken können aber nur während der Schließzeit, also in den Sommerwochen, eingezogen werden.

U3-Plätze sind gefragt

Für Bürgermeisterin Patricia Ortmann ist klar, dass weitere U3-Plätze geschaffen werden müssen, um den Rechtsanspruch der Familien auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr zu erfüllen. Neben der "Sternschnuppe" ist ein Erweitern der Kapazitäten in Bieber geplant sowie das Erweitern oder die Schaffung eines weiteren Pflegenestes. Solche Pflegenester gibt es bereits in Rodheim und in Frankenbach - mit guter Resonanz.

Wo es aber vor allem drückt, das ist in Fellingshausen: Die dortige Kindertagesstätte "Fuchsbau" ist nicht mehr ausreichend. Dort gibt es derzeit zwei altersübergreifende Gruppen und eine Krippengruppe. Doch allein, um diesen Bestand zu sichern, sind nach einem ersten Check 800 000 bis eine Million Euro nötig. Damit wäre aber noch kein einziger zusätzlicher Platz geschaffen. Doch der Bedarf ist da - und wird mit einem neuen Baugebiet im Dorf weiterwachsen. Für eine weitere Gruppe in der Größenordnung wäre eine Investition von 1,6 Millionen Euro nötig, sagt Bürgermeisterin Patricia Ortmann. Was die Sache zusätzlich kompliziert macht: Die evangelische Kirche (Dekanat Gießen) betreibt nicht nur die Kita. Die Immobilie gehört zudem der lokalen Kirchengemeinde. Soll die Kommune also in eine Liegenschaft investieren, die ihr nicht gehört? Dazu ist die Bürgermeisterin in Gesprächen mit der Kirche. Es geht um Eigentums- und Pachtfragen und eben um die Investitionen.

Geprüft wird parallel ein Kita-Neubau in Fellingshausen, etwa im neuen Wohngebiet "Auf der Dreispitz". Es wird durchkalkuliert, was dafür zu investieren wäre. Der Bürgermeisterin ist dabei klar, dass nicht allzu viel Zeit bleibt: In diesem Jahr noch soll die Grundsatzentscheidung getroffen werden, wohin die Reise geht.

Entspannter sieht die Situation in Rodheim aus, wo zudem eine Waldgruppe eingerichtet ist. In Krumbach ist derzeit ebenfalls alles im grünen Bereich.

In Königsberg derweil ist ebenfalls zu investieren: Es ist die Kita, in der am meisten improvisiert wird", räumt die Bürgermeisterin ein. Um Abhilfe und vor allem mehr Platz zu schaffen, müsste das Obergeschoss aktiviert werden. Doch auch der dafür nötige Umbau kostet ordentlich Geld.

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