30 Millionen Euro Sanierungsbedarf

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Viele der 22 Sporthallen, die dem Landkreis gehören, sind in die Jahre gekommen. Reparaturen und Sanierungen stehen an. Auf rund 30 Millionen Euro addiert sich das, was gemacht werden muss. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktuelles Gutachten.

Rund 30 Millionen Euro. In dieser Größenordnung bewegt sich der Sanierungsstau bei den kreiseigenen Sporthallen. Kreisbeigeordnete Dr. Christiane Schmahl (Grüne) hat dem Kreistag jetzt im Bauausschuss die grobe Kostenschätzung eines Ingenieurbüros vorgelegt, das 20 der 22 Hallen unter die Lupe genommen hat - Neubauten wie Hungen oder die inzwischen abgerissene Halle an der Anne-Frank-Schule in Lich blieben außen vor. 30 Millionen Euro - das tiefe Durchatmen der Bauausschussmitglieder war deutlich zu vernehmen.

Unterschieden wird bei der Bewertung nach Baukonstruktion und Haustechnik. Zudem wurde nach der Barrierefreiheit geschaut, die energetische Sanierung beurteilt und nicht zuletzt abgeschätzt, inwieweit eine Nutzung erneuerbarer Energien möglich ist. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass der überwiegende Teil des Instandsetzungsbedarfs im Bereich der Gebäudetechnik liegt, was wiederum hohen Kostenaufwand bedeutet.

Klar ist, dass das nicht alles auf einmal gemacht werden kann. Die Arbeiten müssen nach und nach erfolgen - sobald Geld da ist und es vom Personal gestemmt werden kann.

Da gilt es, Prioritäten zu setzen. Was muss zuerst saniert werden? Was kann warten? Wo kommt man mit Reparaturen aus? In der nächsten Ausschussrunde soll das Thema wieder aufgegriffen werden.

"30 Millionen Euro - das ist eine erschreckende Zahl. Aber es ist gut, wenn wir sie kennen", sagte der Liberale Wolfgang Greilich im Bauausschuss, um in Folge ein Sportstätten-Entwicklungskonzept einzufordern. Greilich hatte bereits im Sommer entrüstet konstatiert, dass das, was im November 2016 als zukunftsweisendes Konzept vom Kreistag in Auftrag geben worden war, nicht mehr sei als eine Bestandsaufnahme. Es gehe einfach nicht an, dass der Kreistag jahrelang darauf warte, dass der Kreisausschuss seine Hausaufgaben mache, wiederholte er seine Kritik. Und forderte, dass bis Ende Juli 2021 ein Sportstättenentwicklungsplan für die Schulen und die Sportvereine vorliege, der diesen Namen auch verdiene.

Das will die Koalition von SPD, Grünen und Freien Wählern so nicht stehen lassen und legte einen Änderungantrag vor. In diesem fehlt die von Greilich erneuerte Kritik. Auch wenn diese im Juni in ähnlicher Weise in öffentlicher Sitzung auch schon aus der SPD zu vernehmen war. Aber auch die Koalition will jetzt eine "zukunftsorientierte Entwicklungsplanung für Schulsportstätten" erarbeiten lassen.

Grundlage sollen das in der Kritik stehende Konzept, die frisch vorgelegte Untersuchung der Sporthallen und ein Kataster aller Sportstätten im Kreis sein. Aufgegriffen wird auch die ursprüngliche Idee, die Vereine und die Standortkommunen miteinzubeziehen.

Dabei soll, so heißt es in dem gemeinsamen Antrag, auch abgefragt werden, wo und wie sich Vereine und Kommunen finanziell beteiligen. Jedenfalls dann, wenn der Kreis in seine Sportstätten investiert und dabei berücksichtigt, was von Vereinen vor Ort gewünscht wird.

Geklärt werden soll zudem, wie auf die fehlenden Hallenkapazitäten für Schulsport im Ostkreis reagiert wird. Auch die Außensportanlagen sollen in den Fokus rücken. Die Koalition spricht sich ebenfalls dafür aus, die weitere Planung von einer Steuergruppe unterstützen zu lassen, der neben dem Kreis Vertreter von Sportkreis, Kommunen und Schulen angehören.

Christian Zuckermann, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag, gab sich scheinbar überrascht von dem FDP-Antrag - der biete inhaltlich wenig. Zuckermann begründete die Vorlage der Koalition, in der vornehmlich von Entwicklung der Schulsportstätten gesprochen wird. Er gab sich skeptisch, ob ein Miteinander mit den Städten und Gemeinden gelinge: "Die Kommunen wollen wohl nicht. Sie wollen über ihre eigenen Sportstätten entscheiden und bestimmen, wie die sich entwickeln sollen." Und ja, so konzedierte er in einem Nachsatz: "Das hat auch was mit Geld zu tun."

Am Montag wird das Thema im Kreistag erneut aufgerufen. Die Sitzung im Bürgerhaus Wißmar ist öffentlich und beginnt um 18 Uhr.

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