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Die frühere Gesamtschule Lumdatal ist seit sechs Jahren ei ne Dependance der Clemens-Brentano-Europaschule in Lollar. Der Kreis als Schulträger investiert nun in diesen Standort. FOTO: ARCHIV

Millionen für Allendorf

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Mit der Entscheidung von 2014, die Gesamtschule Allendorf als Außenstelle der Lollarer Clemens- Brentano-Europaschule zu erhalten, war auch klar, dass saniert werden muss. Jetzt stehen die Arbeiten an. 7,7 Millionen Euro will der Kreis in dem kommenden Jahren investieren.

Noch in diesem Jahr soll es losgehen mit den Arbeiten an der früheren Gesamtschule Lumdatal, der heutigen Dependance der Clemens-Brentano-Europaschule in Lollar. Drei Bauabschnitte werden gebildet, um den aus den 1970er Jahren stammenden Schulbau wieder auf den Stand der Zeit zu bringen. Das Zeitfenster: Bis zu zehn Jahre.

In einem ersten Schritt sollen an dreien der vier Gebäude die Dächer und die Blitzschutzanlagen erneuert werden. Des Weiteren stehen an einem der Häuser auch ein frischer Anstrich an sowie eine neue Stromhauptverteilung für die Schule und nicht zuletzt eine Investition in die so genannte Sicherheitslichtanlage: die Notbeleuchtung. Die Arbeiten an den Dächern sind bereits ausgeschrieben. Der Schul- und Bauausschuss des Kreistags hat am Dienstag unter Vorsitz von Martin Hanika (CDU) die Projektgenehmigung für die Arbeiten bis 2022 erteilt. Rund 826 000 Euro sind für Dächer, Farbe, Strom und Blitzableiter eingeplant.

"Erfreulich für die Menschen im Lumdatal" nennt der Grüne Christian Zuckermann den Baubeginn. Man habe sich mehrheitlich für den Erhalt des Schulstandorts ausgesprochen, jetzt werde in Konsequenz daran gearbeitet. Der grüne Fraktionsvorsitzende im Gießener Kreistag hofft, dass die Schule wieder stärkeren Zuspruch aus dem Lumdatal erfährt.

Insbesondere nachdem in den vergangenen Jahren viele Familien ihre Kinder auf eine andere weiterführende Schule geschickt haben, die ob ihrer Arbeit ebenfalls einen exzellenten Ruf hat: Die Theo-Koch-Schule in Grünberg.

Wie geht es weiter? Zwischen den Jahren 2022 und 2025 sollen weitere 1.3 Millionen Euro in den Schulstandort investiert werden und dann zwischen 2025 und 2030 der dickste Brocken: Nochmals mehr als 5,6 Millionen Euro.

Beraten wird noch, mit welcher Heizungstechnik der Schulkomplex künftig ausgestattet wird. Derzeit gibt es da eine Ölheizung, die Brennstoff in der Größenordnung von 100 000 Litern per anno frisst. Eine Überlegung: eine Holzpelletsheizung einzubauen. Überlegt wird im weiteren, ein (gasbetriebenes) Blockheizkraftwerk zu errichten. Die Idee dahinter: Ein solches BHKW könnte auch die Energieversorgung für Wohnhäuser rund um die Schule mit sicherstellen. Denn da ist der Baubestand ebenfalls aus den 1950er und vor allem den 1960er Jahren. Womöglich steht da auch erneut Sanierungsbedarf an den Heizungen an. Der Allendorfer Bürgermeister Thomas Benz ist darauf bereits angesprochen worden. Er steht der Idee nach Aussage der Kreisverwaltung durchaus aufgeschlossen gegenüber. Zumal ein Nahwärmenetz mittlerweile dank neuer Fördermittel des Bundes attraktiver zu bauen ist. So werden jetzt auch die Erdarbeiten zum Verlegen der Leitungen vom Bund bezuschusst. Ob daraus was wird, das hängt aber, so das Signal aus dem Kreishaus, von der Entscheidung der lokalen Politik in Allendorf ab.

Eine Fotovoltaikanlage auf den Schuldächern, um Strom zu erzeugen, regt Ursula Häuser namens der CDU-Fraktion im Schulausschuss an. Doch das wurde von der Bauverwaltung schon geprüft. Da stellt sich die Frage der Statik. Die Deckenkonstruktionen tragen dies wohl nicht.

Die Gesamtschule Allendorf stand vor einigen Jahren vor einer Weichenstellung, weil sie aufgrund der Schülerabwanderung als Standort gefährdet war. Es war vor sechs Jahren eine politische Entscheidung, den Standort als Außenstelle der Clemens-Brentano-Europaschule Lollar weiterzuführen. Die Schule wird derzeit von rund 240 Schülern besucht. Der Standort hat Raum für weitaus größere Kapazitäten. Der Kreis ist seit Jahren gefragt, wie er mit dem Leerstand umgehen will. Auch mit Blick auf ein etwaiges Vermieten der Räumlichkeiten, um diese nicht auf Dauer leer stehen zu lassen. Eine Entscheidung steht aus.

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