+

Milch kommt nicht aus Tüten

  • schließen

Als die Reporter der 4b der Rabenschule Londorf auf dem Schulbauernhof Tannenhof ankommen, sind die Schulkinder aus der Nähe von Frankfurt, die dort ihre Klassenfahrt verbringen, bereits aktiv gewesen. So hat die Stallgruppe die Kühe gefüttert und gemolken.

Aus Milch wird Käse - die Stallgruppe:"Käse ist nichts weiter als getrocknete Milch!", sagt Herr Hoffmann. Er erklärt den Kindern die sieben Schritte, wie sie gemeinsam die Milch zu Käse verarbeiten werden: Die Milch wird zuerst angesäuert. Dann wird Lab hinzugegeben. Es ist dafür da, die Milch zu zersetzen. Anschließend wird die fest gewordene Milch (der Bruch) mit dem Messer zerteilt. Danach wird die oben schwimmende Flüssigkeit (die Molke) vom Bruch getrennt und der Bruch in die Käseformen gefüllt. Bei 20 l Milch entstehen 12-14 l Molke! Später wird der Käse noch gewendet und gesalzen.

Es gibt verschiedene Arten Käse: Streichkäse (z. B. Philadelphia), Weichkäse (z. B. Camembert) und Hartkäse (z. B. Gouda). Die Schulkinder produzieren einen Paprika-Weichkäse. Dazu wird dem Bruch klein geschnittene und gedünstete Paprika zugegeben.

Die Kleintiergruppe - junges Gemüse und Schafe an der Leine:Zunächst geht es mit Frau Hoffmann in den Gemüsegarten. Dort werden unter anderem Möhren, Kürbisse, Rote Bete, Sellerie, Kartoffeln und Kräuter angebaut. Mit dem von den Schülern geernteten Gemüse wird für alle gekocht. Die Kinder erhalten viele interessante Informationen: Aus den Pflanzenresten wird Humus, mit dem man den Boden verbessern kann. Mit dem Kraut der Karotten werden die Kaninchen gefüttert.

Im Schafstall warten schon die drei Bewohner. Sie werden auf die Weide geführt - an der Leine! Die Schweine können in ihrem Stall frei herumlaufen. An den strengen Geruch dort müssen sich die Reporter erst gewöhnen. Im Hühnerstall herrscht Chaos: Die Hühner flitzen wild herum. "Wie viele Eier legt ein Huhn am Tag?", möchte eine Reporterin wissen. Es sei höchstens ein Ei am Tag, bekommt sie erklärt. Außerdem gibt es auf dem Tannenhof noch Pferde, fünf Kühe, vier Kälber und Kaninchen. Die Boxen und Ställe müssen von den Schülern gesäubert werden. Alle Tiere haben Namen, zwei Kälber heißen Hänsel und Gretel.

Eintopf für alle - die Hauswirtschaftsgruppe:An diesem Tag werden ein Eintopf gekocht und Brote gebacken. Bevor es mit der Zubereitung losgeht, wird die 3-H-Regel besprochen: Hände waschen, Haare zusammenbinden, Hausschuhe tragen. Die Hauswirtschaftsmeisterin Anna Wißner stellt den Kindern nun die verschiedenen Gemüsesorten vor, die im Garten geerntet worden sind. Das Gemüse wird gewaschen, die Kinder schälen es und schneiden es klein. Dann werden alle Zutaten in einen großen Topf geschüttet und gegart. Anschließend wird der Brotteig geknetet und die Kinder mischen Leinsamen, Sesam, Sonnenblumenkerne und Kürbiskerne darunter. Frau Wißner zeigt ihnen wie man richtig knetet und gibt wichtige Informationen zu den Zutaten. "Wie lange dauert es, bis das Essen fertig ist?", will eine Reporterin wissen. Frau Wißner erklärt, dass es Mittagessen um 12 Uhr für alle gibt. Es dauert ca. 2 Stunden, um das Essen zuzubereiten. Ihr mache das Kochen noch immer Spaß, auch wenn es manchmal anstrengend sei. Nach dem Kochen muss gespült und aufgeräumt werden.

Fragerunde auf dem Heuboden:Zum Abschluss stellt sich Herr Hoffmann geduldig den Reporterfragen. Was die Tiere fressen? "Gras in jeder Form", antwortet Herr Hoffmann, also frisches Gras, Heu, aber auch Silage. Insgesamt gibt es 70 Tiere auf dem Tannenhof. Die Kälber sind dort geboren, die Hühner werden gekauft. Man unterscheidet Lebensalter und Nutzungsalter bei den Bauernhoftieren. Sie erreichen häufig nur ihr Nutzungsalter. Es werden viele Geräte und Maschinen gebraucht auf dem Bauernhof: Traktoren, Anhänger, Sämaschinen, Mäher, Hacken und andere Geräte. "Danke für den interessanten Besuch!", verabschieden sich die Reporter.

Der Schulbauernhof wird von Luise und Goetz Hoffmann geleitet. Vor 20 Jahren haben sie ihn gekauft. Herr Hoffmann ist Diplom-Agraringenieur und Frau Hoffmann Grundschullehrerin. Ihr Ziel ist es, Kindern "die Zusammenhänge bei der Entstehung und Verarbeitung unserer Grundnahrungsmittel handlungsorientiert zu vermitteln". Auf dem großen Gelände gibt es auch eine Spielwiese und einen Fußballplatz, dort können die Kinder ihre Freizeit verbringen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare