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Michael Ranft deutlicher Wahlsieger

  • Jonas Wissner
    VonJonas Wissner
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Dicke Überraschung in Buseck: Michael Ranft hat als Herausforderer einen klaren Wahlsieg eingefahren und wird neuer Bürgermeister. Für den Wahlverlierer und Amtsinhaber Dirk Haas war es ein bitterer Abend.

Viele hatten mit einem knappen Sieg für den Herausforderer gerechnet, doch in dieser Deutlichkeit ist der Wahlausgang eine faustdicke Überraschung: Herausforderer Michael Ranft (45), im Wahlkampf unterstützt von CDU und FW, hat sich mit 59,18 Prozent deutlich gegen den sozialdemokratischen Amtsinhaber Dirk Haas (59) durchgesetzt. Damit ist klar, dass es zum Neuen Jahr einen Wechsel auf dem Chefsessel im Busecker Schloss geben wird.

»Ich bin überwältigt von dem Ergebnis«, äußerte sich Ranft zum Wahlausgang. Als er gegen 18.30 Uhr zu der Wahlpräsentation ins Großen-Busecker Kulturzentrum gekommen war, hatten sich auf der Leinwand schon einige hohe schwarze Balken abgezeichnet. Im Laufe des Abends verfestigte sich der Trend - und die anfangs noch verhaltenen Michael-Ranft-Sprechchöre wurden immer lauter.

Während des Wahlkampfs habe er mehr und mehr Zuspruch gespürt, sagte der Sieger: »Ich bin von Haus zu Haus gegangen und dachte: Irgendwann müsste doch mal was Kritisches kommen.« Doch echter Gegenwind sei ausgeblieben. Sicher habe auch die Unterstützung durch Ex-Bürgermeister Erhard Reinl (FW) geholfen, »er ist bestens vernetzt, das war ein Faktor«. Reinl hatte den Juristen Ranft, der bis zum Frühjahr CDU-Beigeordneter in Reiskirchen war, auch als überraschenden Bürgermeisterkandidat gewonnen.

Welche Rolle für den Wahlsieg hat aus Ranfts Sicht der Betrug durch einen Ex-Mitarbeiter der Verwaltung und der vielfach kritisierte Umgang des Amtsinhabers damit gespielt? »Sicher hat das die Leute interessiert, aber ich weiß nicht, ob es wahlentscheidend war«, so der Wahlsieger. Ranft weiter: »Das Miteinander war gestört, die Streitereien in der Gemeindevertretung waren zuletzt auf einem Siedepunkt.« Er hoffe nun, dass er als Bürgermeister »beruhigend wirken« könne.

Während bundesweit viele Sozialdemokraten am Sonntagabend in Jubelstimmung waren, bescherte das Wahlergebnis Amtsinhaber Haas einen bitteren Abend. Als er mit seiner Familie zur Ergebnispräsentation kam, ging sein erster Weg zu Ranft, dem er gratulierte und, wie beide bestätigten, eine reibungslose Amtsübergabe zusicherte.

»Ich kann damit leben«, kommentierte Haas seine Niederlage, doch die Enttäuschuhung war ihm anzumerken. »Bestimmend im Wahlkampf waren die Betrugsfälle - vor einem Jahr wäre die Wahl anders ausgegangen«, so der noch bis Jahresende amtierende Bürgermeister, »es ist einfach ärgerlich, dadurch ist manches Positive vielleicht in den Hintergrund gerutscht«. Unterm Strich habe er zuletzt mit einer knappen Niederlage gerechnet. »Es zeichnet sich bei Bürgermeisterwahlen zunehmend ab: Den Amtsinhaber-Bonus gibt es nicht mehr«, so Haas weiter.

Wie blickt Haas auf den Wahlkampf zurück? »Ich habe mich um eine zweite Amtszeit beworben - der Kampf kam von der anderen Seite«, es sei nicht immer fair zugegangen, so seine Kritik. Trotz des für ihn negativen Ergebnisses sei er mit seiner Amtszeit aber insgesamt zufrieden, unterstrich er. »Ich gehe erhobenen Hauptes nach Hause.«

Von einer »Negativ-Kampagne« könne keine Rede sein, entgegnete Ranft, man habe stets mit sachlichen Argumenten gekämpft - und damit letztlich in allen Ortsteilen überzeugt.

Am heutigen Montag steht für den Gewinner des Abends erst einmal Zeit mit seiner Frau Karin, die wie er Anwältin ist, und dem 17-monatigen Sohn Niklas an. Der hatte den Wahlabend bei den Großeltern verbracht, wie Ranft verriet. Der stolze Papa kann ihm ja später einmal erzählen, wie der Abend war, als er zum Bürgermeister gewählt wurde.

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