Menschen und Landschaften

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Grünberg (dkl). Die "Kunst im Kabinett" ist eine attraktive Angebotserweiterung im Museum im Spital in Grünberg. Museumsleiterin Karin Bautz war am späten Freitagnachmittag erfreut über die zahlreich gekommenen Gäste und begrüßte Hartmut Miethe nicht nur als Einführungsredner, sondern als Organisator der Reihe.

Grünberg (dkl). Die "Kunst im Kabinett" ist eine attraktive Angebotserweiterung im Museum im Spital in Grünberg. Museumsleiterin Karin Bautz war am späten Freitagnachmittag erfreut über die zahlreich gekommenen Gäste und begrüßte Hartmut Miethe nicht nur als Einführungsredner, sondern als Organisator der Reihe.

Gezeigt werden Bilder und Holzskulpturen von Jan Maria Dondeyne. Miethe hat den Künstler im vergangenen Jahr bei "Kunst in Licher Scheunen" kennengelernt. Ein Event, das ganz offensichtlich Strahlkraft über die Region hinaus hat und für die Künstler neue Kontakte und Ausstellungsorte ermöglicht. Wie jetzt für Dondeyne, der zwar nicht ganz unbekannt ist (auch dank seiner Malkurse in seinem Atelier in Hohenahr), dem jedoch ein höherer Bekanntheitsgrad zu wünschen ist.

Jan Maria Dondeyne ist Belgier; 1958 in Leuven geboren, studierte Bildhauerei an der dortigen Akademie. Eine einjährige Reise per Fahrrad führte ihn durch Europa, bevor er sein Studium und kurzes Dasein als Lehrer anging. Schon 1986 zog er der Liebe wegen nach Hessen, arbeitete von nun an als freischaffender Maler.

Er war Dozent an der Sommerakademie Marburg, erhielt 1998 den Otto-Ubbelohde-Preis des Kreises Marburg-Biedenkopf. In der hiesigen Region hatte er Ausstellungen im Stadthaus Wetzlar (2008), im Uniklinikum Gießen (Palliativstation, 2015) und in der Galerie auf dem Schiffenberg (2016).

Holz verleiht den Figuren Charakter

Er sei vor allem Farbmaler, sagt er von sich, mit drei Hauptthemen: Menschengruppen in der Stadt, Menschen in der Landschaft und Landschaften pur. In Vorzeichnungen komponiert er seine Figuren auf die Leinwand, schöpft dafür aus einem großen Fundus an Fotovorlagen. Die menschliche Figur gestaltet er allein aus ihrer Haltung und Bewegung, die Gesichter sind Farbflächen. Die Proportionen innerhalb des Körpers, aber auch der Figuren zueinander müssen stimmen. "Sonst funktioniert das Bild nicht", erklärt Dondeyne. Er will damit ein Sehangebot an Betrachter machen, denn fast automatisch entwickelt man eine Geschichte zu den Figuren, über ihre Motivationen und möglichen Begegnungen. Erstmals stellt er seine "Little big People" gemeinsam mit Holzskulpturen aus. Das sei seine neue Leidenschaft. Belässt er in seinen Gemälden der Farbe ihren Eigenwert, so darf bei den Skulpturen das Material Holz seinen charakteristischen Ausdruck behalten. Er spürt der Maserung, den Farbschattierungen und Einschlüssen nach. Jede Skulptur zeigt die ganze Schönheit des Materials in Form der lang gebogenen Gestalt eines Menschen.

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