»Mensa an DBS Lich wird im Jahr 2023 gebaut«

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Gießen/Lich (pm). Auf die Raumnot an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule (DBS) in Lich haben jüngst Schulleitung und Elternvertretung hingewiesen. »Dies hat die Schule zu einem großen Teil selbst zu verschulden«, nimmt Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl zu den Vorwürfen Stellung.

Ziel des Kreises für die DBS sei es, in erster Linie eine weiterführende Schule für alle Licher zu haben und erst bei freier Kapazität andere Kinder aufzunehmen. So werde für die DBS in den Schulentwicklungsplänen 2013/2019 als Obergrenze eine Fünfzügigkeit in der 5. Klasse mit 135 Schülern festgeschrieben. Dennoch sei in den vergangenen Jahren weiter Werbung bei Eltern anderer Grundschulen gemacht worden, um möglichst viele Kinder nach Lich zu orientieren. 250 der 760 DBS-Schüler kämen aktuell nicht aus Lich. Hätte man sich in den vergangenen Jahren, wie vom Kreis gewünscht, bei der Aufnahme von Schülern beschränkt, gäbe es keine Raumnot, reklamiert Schmahl.

Zu viele Kinder aufgenommen

Um dennoch alle Wünsche der Licher nach einem Platz an der DBS zu erfüllen, führe das Schulamt seit Jahren Lenkungsmaßnahmen durch. Was zudem die stark ausgelastete Schule entlaste und teure Investitionen vermeide.

Es könne nicht sein, wird die Dezernentin deutlich, dass eine Schule einfach zu viele Kinder trotz Kenntnis der Situation aufnehme und dann nach Baumaßnahmen durch den Kreis rufe. Zumal es ausreichend und ebenso gute Schulen rundum gebe. So seien die Adolf-Reichwein-Schule (ARS) in Pohlheim sowie die Anne-Frank-Schule (AFS) in Linden (kooperative Gesamtschule wie die DBS) vollständig saniert worden. Auch der Busverkehr sei geregelt.

Schulleiter Blasini operiere im Übrigen mit falschen Zahlen: Nicht 90 Prozent der Erich-Kästner-Schüler gingen demnach an die DBS, sondern 75 Prozent, von der Langsdorfer Schule nicht 70 bis 80 Prozent, sondern knapp 50 Prozent. Weiter: Laut Caterer nähmen auch nicht täglich 100 DBS-Schüler das Essensangebot wahr, seien vor Corona maximal 100 Essen die Woche ausgegeben worden.

Jedoch wisse man, dass die Essenssituation nicht gut geregelt ist, räumt Schmahl ein. Daher habe der Kreis mit der DBS ein Konzept entwickelt und im Haushalt 2020 Mittel für einen Bau 2022 vorgesehen. Allerdings habe die Schule im Anschluss mitgeteilt, das Konzept doch nicht umsetzen zu wollen; es solle bei einer Lehrküche und einer getrennten Mensa mit Essensanlieferung bleiben. Worauf der Kreis die Idee des Mensagebäudes außerhalb des Hauptgebäudes entwickelt habe. Geschätzte Kosten: zwei Millionen Euro, 800 000 Euro mehr als beim Urkonzept, hinzukäme noch die Sanierung der Küche. Daher die Verlagerung der Baumaßnahme ins Jahr 2023.

Da mit der Mensa das letzte Schulgrundstück aufgebraucht werde, solle bei Bedarf ein Stockwerk aufgesetzt werden. Diese Reserve sei für zuziehende Licher Familien gedacht und nicht für eine Expansion in die Schülerschaft anderer Gemeinden, die weder vom Kreis gewünscht noch von Nachbarschulen als kollegial empfunden werde, stellt Schmahl wiederum klar.

Bereits in den vergangenen Jahren habe man im Übrigen einiges in die DBS investiert: Sanierung der Sporthalle, neuer Trakt mit acht Klassenräumen, Musikraum, Allwettersportfeld. Schließlich bittet Schmahl ob der vielerorts nötigen Investitionen um Verständnis: »Die Schulen funktionstüchtig zu halten und den nötigen Schulraum zu generieren, hat nun mal Vorrang vor einer neuen Mensa.«

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