Der Meister-Designer und das Gleiberger Land

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16 Jahre ist es schon wieder her, dass Luigi Colani dem Gleiberger Land einen Besuch abstattete. Damals war der Großmeister der runden Form auf der Suche nach einem Standort für ein Museum, das so genannte Futurama, in dem sein Lebenswerk präsentiert werden sollte. Den Kontakt zwischen dem Star- designer, dem umtriebigen Unternehmer Reinhard Schneider (hier mit auf dem Foto) und den Bürgermeistern im Gleiberger Land hatte seinerzeit Günter Ruppel hergestellt, Geschäftsführer der Marketing-Agentur "InMind" aus Heuchelheim, der u. a. Colanis Web-Auftritt betreute und in dessen Auftrag in die Standorte-Findung eingebunden war. Auch der Gießener Architekt Birger Rohrbach und der Stadtplaner Holger Fischer aus Linden waren seinerzeit zugegen.

Colani rollte standesgemäß im Rolls Royce vor und wurde im Schneider-Keller empfangen, bevor’s zur Besichtigung der großen Flächen im Heuchelheimer Norden ging, auf denen heute längst ein Solarpark steht. Gesucht wurde ein Areal für 8000 bis 12 000 Quadratmeter Ausstellungshallen, um die weltweit verstreuten Werke des Designers in einer Sammlung zu präsentieren: Autos, Fahrräder, Flugzeuge, Handys, Bügelbretter, Armbanduhren, Parfümflaschen, Polizeiuniformen, Särge, Geschirr - "es gibt nichts, was ich noch nicht gemacht habe", hatte der damals 75-Jährige in einem Interview mit der dpa gesagt. Das GleibergerLand konkurrierte seinerzeit mit anderen Standorten in der Republik. Doch hier rechnete man sich aufgrund der zentralen Lage und nur eine Stunde von Rhein-Main entfernt, durchaus Chancen aus. Und der schnauzbärtige Besucher versprach selbstbewusst: "Das wird die größte Design-Ausstellung der Welt. Dagegen ist das Museum of Modern Art in New York ein Schluck lauwarmes Wasser…"

Auf 6 bis 8 Millionen Euro wurde damals das "Futurama"-Museum beziffert, für die zehnfache Summe sollte darum ein Erlebnispark für Design, Kunst, Kultur und Sport entwickelt werden. Eingebunden werden sollte dort etwa eine Bobbahn und der Zirkus Flic-Flac. Die Design-Ikone ist am Montag im Alter von 91 Jahren verstorben, aus den Museums-Plänen wurde nichts. Aber Flic-Flac gastiert im Oktober in Gießen! (so/Foto: Archiv)

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